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Hebammen in der Flüchtlingsarbeit

Die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge in Deutschland betrifft auch die Hebammen. Denn unter den Flüchtlingen sind viele schwangere Frauen und junge Mütter mit ihren Kindern. Sie sind oftmals traumatisiert und in einem schlechten Gesundheitszustand. Ihnen möglichst unbürokratisch und gut zur Seite zu stehen, haben sich viele Hebammen zu Aufgabe gemacht. 

Für alle, die mit Flüchtlingsfrauen in ihrer täglichen Arbeit zu tun haben, haben wir ein paar wichtige Informationen zusammengestellt. 

Juristische Grundsätze/ Abrechnungsfragen
Grundsätzlich gilt, dass die geflüchteten schwangeren Frauen dieselben Rechte auf Hebammenhilfe haben wie alle anderen Frauen in Deutschland. In der Praxis ist eine normale Abrechnung dennoch oftmals schwierig. Zum einen sind Frauen manchmal noch nicht registriert und deshalb den Behörden unbekannt, zum anderen kann es mühsam sein, für jede Frau eine extra Kostenübernahmevereinbarung mit der zuständigen Behörde zu schließen. Die Rechtsstelle des DHV empfiehlt deshalb, wo möglich, eine generelle Kostenübernahme zu vereinbaren.

Wichtig für alle Hebammen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, ist auch: Sie benötigen einen ausreichenden Haftpflichtversicherungsschutz, auch für ehrenamtliche Tätigkeiten! 

Zur Orientierung: Hier finden Sie eine Übersichtstabelle über die verschieden Flüchtlingsgruppen (im juristischen Sinne) und Möglichkeiten der Abrechnung.

Traumasensible Begleitung
Die Arbeit mit Flüchtlingsfrauen verlangt besonderes Einfühlungsvermögen und wenn möglich auch Kenntnisse über die Kulturen, aus denen die Frauen kommen. Verständigungsprobleme können die Arbeit zusätzlich erschweren, zumal meist kein ein Dolmetscher zur Verfügung steht.

Der DHV hat einen Leitfaden für die traumasensible Begleitung von Flüchtlingsfrauen erstellt, der heruntergeladen oder kostenlos im DHV-Shop bestellt werden kann.

Materialien:
Die Weleda AG stellt Hebammen vorgepackte Produktpakete für Babys und Kinder (Babycreme, Pflegeöl, Dusche) zur Verfügung. Melden Sie sich gern mit Ihrem Bedarf bei Stephanie Kurz: skurz(at)weleda.de oder telefonisch unter 07171 - 919 527

Durch die Kooperation des DHV mit dem Drogerie-Konzern dm können DHV-Mitglieder in dm-Märkten kostenlose Materialien für die Flüchtlingsarbeit erhalten. Sie finden die Materialien im Mitgliederbereich unter Vergütung/Arbeitshilfen: www.hebammenverband.de/mitgliederbereich/verguetung/arbeitshilfen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat jetzt eine englische Übersetzung des deutschen Mutterpasses herausgegeben, damit auch Schwangere, die kein Deutsch verstehen, die  Angaben im Mutterpass verstehen. Offiziell gültig bleibt aber das deutsche Dokument.

Um die Sprachbarrieren zu überwinden, eignen sich sich Piktogramme und Karten mit wichtigen Sätzen in verschiedenen Sprachen. Das Nationale Zentrum für frühe Hilfen hat hier Materialien rund um die Schwangerschaft zusammengestellt, die heruntergeladen und kostenlos bestellt werden können. 

Ein kostenpflichtiges Angebot bietet der Thieme-Verlag: Ohne Deutsch im Kreißsaal 

Wenn Sie selbst auch Materialien erstellt haben, die Sie zur Verfügung stellen möchten, freuen wir uns über eine Zusendung. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an: presse(at)hebammenverband.de

Nützliche Links:

Mein Baby: Filme für Eltern in Arabisch von der Deutschen Liga für das Kind

Geburtsurkunde für in Deutschland geborene Kinder von Geflüchteten: Nützliche Informationen vom Deutschen Institut für Menschenrechte – So registrieren Sie Ihr neugeborenes Kind

Link- und Materialsammlung zum Thema Stillen und Flüchtlinge

Hebammenhilfe für Flüchtlinge
Der Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen hat die Webseiten konzipiert und ins Leben gerufen. Es gibt neben spezifischen Auskünften für NRW auch viele nützliche allgemeine Tipps. Infos für weitere Bundesländer sollen ergänzt werden.

Wie kann ich helfen? Informationsportal über Hilfsprojekte für Flüchtlinge in Deutschland
Auf dem Informationsportal gibt es unter anderem einen Flyer (bislang in acht Sprachen), der geflüchtete Frauen über ihre Rechte in Deutschland aufklärt.

ProFamilia: Beratung von Flüchtlingen - Arbeitsmaterialien
Gute Linkliste für die Hilfe und Beratung von schwangeren Flüchtlingsfrauen und jungen Familien.

Newsletter des Robert Koch Institut (RKI): Asylsuchende und Gesundheit

Broschüre "Guter Start ins Leben" in neun verschiedenen Sprachen
Die Broschüre wurde vom Berliner Senat in Zusammenarbeit mit dem Berliner Hebammenverband entwickelt. Sie steht zum Download bereit und ist zu bestellen. 

Zuletzt geändert am 22.05.2017