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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

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Aktionen Hebammen-Protesttag am 21.09.2009

Nach dem beschämenden Angebot der Krankenkassen von 1,54 % sind Enttäuschung und Wut unter den Hebammen groß.  Auch von Seiten der Regierung bekommt der Hebammenstand keine Unterstützung, Politiker verhalten sich verantwortungslos  und ignorieren die  Nöte der Hebammen.

Deshalb rufen sie am 21. September bundesweit zu zentralen Aktionsveranstaltungen auf, um auf ihre miserablen Einkommensbedingungen aufmerksam zu machen. Lautstark wollen sie ihrem Unmut über die Missstände Luft machen: 7 Euro Netto in der Stunde für freiberufliche Hebammenarbeit sind ein Hungerlohn, den sie so nicht länger hinnehmen wollen.

Hintergrundinformationen zur Hebammenhilfe und zum Hebammeneinkommen

Jeder Frau steht im Rahmen von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit Hebammenhilfe zu. Als einziger Leistungsanspruch ist er noch in der Reichsversicherungsordnung von 1911 festgelegt, statt wie alle anderen Leistungen seit über 40 Jahren, im Sozialgesetzbuch. Die Vergütungssätze der Hebammen wurden bis 2007 vom Gesetzgeber auf dem Verordnungsweg festgelegt. Dies erfolgte in den letzten 20 Jahren lediglich drei Mal. Durch eine Gesetzesänderung, wurde festgelegt, dass die Gebühren der Hebammen direkt zwischen den Krankenkassen und den Hebammenverbänden ausgehandelt werden. Auf der niedrigen Basis, mit der die Entlassung in die Selbstverwaltung erfolgte, ist die Aufholung des Rückstandes niemals möglich. Sowohl die Krankenkassen, als  auch die Schiedsstelle sind verpflichtet, Anpassungen gemäß Beitragssatzstabilitätsgesetz (§ 71 SGB V) prozentual -gemessen an der Grundlohnsummensteigerung- vorzunehmen.

Der Anteil der Hebammentätigkeit am Gesamtvolumen der Ausgaben der Krankenkassen beträgt 0,2 %.

Zurzeit  sind  ca. 17.500 Hebammen freiberuflich in Deutschland tätig.

Die Ausgaben für Hebammenhilfe betrugen 2008 rund 366 Mio. Euro.

Durchschnittlich erzielt damit jede freiberufliche Hebamme 23 300 Euro Umsatz  im Jahr. Davon zu bestreiten sind Betriebsausgaben und Sozialversicherungsbeiträge (Hebammen sind trotz Freiberuflichkeit rentenversicherungspflichtig mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) und Steuern. Eine Auswertung von realen Einkommenssteuerbescheiden aus 2007 und 2008 zeigte, dass das zu versteuernde Einkommen in Vollzeit  bei 14.150 im Jahr Euro bzw. 1180 Euro im Monat liegt, bei vollem unternehmerischem Risiko. Der Stundenlohn einer Hebamme liegt damit bei durchschnittlich 7,50 Euro.

Eine Gebührenerhöhung von 1,54% – entsprechend dem Vorschlag der Krankenkassen – würde den Stundensatz gerade mal um 11 Cent anheben.

Die Politik ist gefordert die jahrzehntelangen Versäumnisse auszugleichen und das Hebammeneinkommen auf eine Grundbasis zu stellen, von der aus prozentuale Steigerungen überhaupt eine Wirkung entfalten.

Der Hebammenverband fordert 30% - weil nur das eine sichtbare Erhöhung bringt, mit der eine Hebamme von ihrem Beruf leben kann.

Zum Vergleich: Was verdient der Mittelstand in Deutschland?

Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Finanzen verdient der Mittelstand zwischen 55 000 und 60 000 Euro Brutto im Jahr. Freiberuflich tätige „Mittelständler“ wie Architekten verdienen ca. 29 500 Euro, Ingenieure und Techniker ca. 32 000 Euro, Sachverständige 35 000 Euro. Einzig freischaffende Künstler der unterschiedlichsten Sparten verdienen unter 20 000 Euro.

Die Statistik zeigt, dass die typischen Männerberufe wesentlich besser bezahlt sind als Frauenberufe der Sparten: Hebammenhilfe, Pflege und Erziehung. Im Bundesschnitt liegen die Einkommen der Frauen 22% unter den Einkommen der Männer.

Die Protestaktionen am 21.9.2009

Berlin

Helmholtzplatz (Schliemannstraße/Lettestraße) in 10437 Prenzlauer Berg. 11:30 

Bayern

München: Odeonsplatz 11:00- 14:00 Kontakt: Iris Edenhofer

Baden-Württemberg

Karlsruhe: Marktplatz 12:30- 14:00 Kontakt: Ulrike Geppert-Orthofer

Thüringen

Erfurt: Angerplatz (gegenüber Hugendubel) 16:00 - 17:00 

Niedersachsen

Winsen an der Luhe: Lims, Winsener Bahnhof 11:00

Lüneburg: 16.00 Uhr am Clarmat-Park

Hessen

Limburg/Lahn Europaplatz 11:55 

Kassel: Vorm Rathaus 11:55

Wiesbaden: Auf dem Dernschen Gelände 11:55 

Darmstadt: Luisenplatz  15.00 - 18.00 

Kreis Wetterau: Protest vor dem Kreishaus Friedberg, Europaplatz.
Kontakt: Kreisvorsitzende Susanne Otte Seybold und Sandra Mauer

Friedberg: 11:30 bis 12:30 vor dem Kreishaus

Nordrhein-Westfalen

Wuppertal: Am Alten Markt 10:00 Aufstellung, dann Marsch zum Rathaus

Köln: vor dem Rathaus 10:00 

Rheinland Pfalz

Westerwald  
Bad Kreuznach   

Hamburg

Eppendorfer Landstraße 67, vor der Parfümerie (Ecke Kümmelstr.)
Zeit: 21.9.2009, 15:00 bis 17:00 Uhr

Brandenburg

Berlin: Helmholtzplatz (Schliemannstraße/Lettestraße) in 10437 Prenzlauer Berg. 11:30 

Saarland

Karlsruhe: Marktplatz 12:30- 14:00 Kontakt: Ulrike Geppert-Orthofer

Sachsen

Info: www.saechsischer-hebammenverband.de
Berlin: Helmholtzplatz (Schliemannstraße/Lettestraße) in 10437 Prenzlauer Berg. 11:30

Sachsen-Anhalt

Berlin, Helmholtzplatz (Schliemannstraße/Lettestraße) in 10437 Prenzlauer Berg. 11:30

Schleswig-Holstein

Bad Oldesloe: vor dem Rathaus 14:00-17:00

Kiel: Innenstadt, Fußgängerzone 10:00-17:00

Hamburg-Schnelsen: vor Ikea 10:00-15:00

Mecklenburg-Vorpommern

Berlin: Helmholtzplatz (Schliemannstraße/Lettestraße) in 10437 Prenzlauer Berg. 11:30

 

Ihre Aktion fehlt in dieser Liste?

  • Die Protest-Hotline: 0721/98189-17
Zuletzt geändert am 14.06.2021