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Aus aktuellem Anlass

Berufspolitik

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Martina Klenk ist neue Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

Die Delegierten haben auf der Bundesdelegierten-Versammlung des DHV am 20. November 2009 in Fulda Martina Klenk zur neuen Präsidentin gewählt.

Martina Klenk ist die neue Präsidentin des DHV

Vielen DHV Mitgliedern ist Martina Klenk bereits als Beirätin im Präsidium für den angestellten Bereich bekannt. Da die bisherige Präsidentin, Helga Albrecht, nicht mehr für das Amt zur Verfügung stand, hatten die Delegierten aus den Ländern die Wahl zwischen Iris Edenhofer, der Landesvorsitzenden Bayern, und Martina Klenk. Die Delegierten entschieden sich schließlich mit großer Mehrheit für die ehemalige Beirätin, die bereits seit 6 Jahren die angestellten Hebammen vertritt.

Martina Klenk betonte in ihrer Bewerbungsrede, dass sie auch weiterhin auf eine Zusammenarbeit mit ver.di setzen wird, um Einfluss auf die Vergütung der angestellten Hebammen zu haben. Auch brauchen die freiberuflichen Hebammen dringend eine nicht nur Existenz sichernde Vergütung, sondern eine, die ihrer enormen Verantwortung gerecht wird. Aus ihrer Sicht muss die originäre Hebammenleistung so gut bezahlt werden, dass Hebammen nicht gezwungen sind, durch einen hohen Durchlauf an Klientinnen oder einen Bauchladen an alternativmedizinischen Angeboten ihr Auskommen abzusichern. So muss auch die Hausgeburtshilfe in Deutschland weiterhin möglich sein und darf nicht an horrenden Versicherungsprämien scheitern.

Die Veränderung der Ausbildung in ein Studium begreift Martina Klenk als Chance und nicht als Weg in ein Zweiklassen-Hebammenwesen. Die Akademisierung bietet nicht nur den Hebammen, die es wollen, eine berufliche Weiterentwicklung, sondern sie ermöglicht wissenschaftliche Arbeit, von deren Erkenntnissen die Hebammen in ihrer originären Hebammenarbeit profitieren werden.

In den kommenden vier Jahren will Martina Klenk gemeinsam mit dem Präsidium, den Beauftragten und Funktionsträgerinnen des Verbandes Konzepte entwickeln, Strategien entwerfen und umzusetzen, die sämtliche Facetten der Hebammenkunst berücksichtigen. Die Grundlage dafür ist die originäre Hebammenarbeit, die Schutzräume für die Gebärenden schafft und sie in ihrer Eigenständigkeit und Autonomie fördert. Dadurch wird das Selbstbewusstsein der Frauen gefördert, das im Vertrauen in die eigene Körperkompetenz wurzelt. Hebammen verstehen die Geburt als normalen Prozess, den Frauen gut bewältigen können, wenn sie in ihrer Eigenzeit und in ihrem Rhythmus durch die kontinuierliche Präsenz und abwartende Zuwendung einer Hebamme in ihrer Potenz bestärkt werden. Die neue Präsidentin will die Hebammen darin unterstützen, die Hebammenkunst im klinischen Alltag lebbar zu machen. Die Einrichtung von Hebammenkreißsälen will sie ebenso fördern wie die außerklinische Geburtshilfe.

Die Delegierten in Fulda haben zum Ausdruck gebracht, dass sie Martina Klenk bei ihrem Vorhaben unterstützen werden – denn nur gemeinsam lassen sich diese Vorhaben realisieren.

Zuletzt geändert am 16.12.2022