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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Aktionen der Hebammen-Landesverbände im Oktober/November 2011

Diese Woche wurde die Grundlohnsummensteigerung  von 1.98 % bekannt gegeben. Das heißt, die Krankenkassen werden diese knapp 2% an die Hebammen als „Lohnerhöhung“ für freiberuflich erbrachte Leistungen weitergeben. Bezogen auf die Gebühren für Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskurse würde dies eine Erhöhung von 5,71 € auf 5,81 € pro Stunde bedeuten.

Der Hebammenverband fordert dagegen eine Erhöhung von 30%, um in den kommenden Jahren von einer vernünftigen Basis für künftige Steigerungen ausgehen zu können. Um diese Forderungen zu unterstützen gehen im Oktober und November die Hebammen in Niedersachsen, Hamburg und Bayern auf die Straße.

Die freiberuflichen Hebammen aus Niedersachsen streiken in der Woche vom 7.10. bis 14.10.11 an vier Orten

Der Appell geht an den Spitzenverband der Krankenkassen eine bessere Bezahlung und umfassende Hebammenversorgung für Ihre Mitglieder zu gewährleisten.

„Wir sind durch unsere Aktionen und die ständigen Verhandlung immer mehr in das Blickfeld der Politik gerückt. Dort wollen wir bleiben, auch aus diesem Grund ist der Streik wichtig. Wir können auf gute Erfahrungen zurückgreifen  und hatten eine breite Resonanz in der Presse.

Das wollen wir weiter führen! Dafür brauchen wir ganz viele Kolleginnen, die mit machen!“

Streikablauf

Auftakt: Oldenburg nach der Delegiertentagung
7.10.2011 ab 14 Uhr Am Lefferseck

Hannover
10.10.2011 ab 14 Uhr City /Am Bahnhofsplatz

Stade
12.10.2011 ab 10 Uhr Holzstrasse

Göttingen
14.10.2011 ab 14 Uhr Treffpunkt Gänselieselbrunnen

Unser Motto: Die Kassen lassen uns im Regen stehn!
Symbolisch für die Forderung bitte alle Regenschirme mitbringen !

Weitere Infos unter www.hebammen-niedersachsen.de/neu/

Die freiberuflichen Hebammen Hamburgs legen am 20. und 21. Oktober 2011 die Arbeit nieder

Am 20. und 21. Oktober 2011 streiken die freiberuflichen Hebammen in Hamburg. „Wir rufen die von uns in dieser Zeit betreuten Frauen auf, ihrer Krankenkasse eine unserer Streikpostkarten zu senden. Einige Hebammen können es sich vielleicht nicht erlauben, diese 2 Tage lang nicht zu verdienen. Aber auch sie können sich solidarisieren und beteiligen, in dem sie ihren betreuten Frauen die sogenannte Kein-Streik-Postkarte mitgeben“.

„Um den Streik aber auch in der Öffentlichkeit und für die Medien sichtbar zu machen und um uns mit streikenden Hebammen und den unterstützenden Frauen, Familien und PolitikerInnen zu treffen, organisieren wir am 20.10.2011 in der Stadt drei zeitlich versetzte Streiktreffpunkte. Dort wird es jeweils eine kleine Kundgebung geben und wir zeigen unseren Protest und unsere Forderungen auf Transparenten. Die Hebammen vor Ort organisieren je nach Möglichkeit weitere Aktionen, wie z.B. Laientheater, Luftballons, Notfall-Sets für Geburten ohne Hebamme usw.

Auch Sie sind eingeladen, sich als Hebamme zu zeigen und auf kreative Weise ihre Forderung vorzubringen. (Sehen Sie sich z.B. auf Facebook auch die Seiten der Landesverbände NRW und Niedersachsen an)

Wir haben selbst eine Facebookseite eingerichtet, die in den kommenden Tagen gefüllt wird und "Freunde" sucht!“

Unsere Streiktreffpunkte und Kundgebungen am 20.10.2011

11:00 Uhr  Ottenser Marktplatz
12:00 Uhr  Marie-Jonas-Platz,  Kümmelstr./Eppendorfer Landstraße
13:00 Uhr  Praxisvorplatz Alsterdorfer Str. 528

Die Harburger Hebammen bereiten für den 20.10.2011 ab 11:00 Uhr einen
Infostand auf dem Herbert-Wehner-Platz (Nähe Karstadt) vor.

Zugleich wird ein Hebammen-Notdienst an vier Praxisstandorten im Hamburger Stadtgebiet eingerichtet (Blankenese, Wandsbek, Sternschanze, Harburg). Die genauen Öffnungszeiten werden in den Tagen kurz vor dem Streik Ihnen und der Presse zu Veröffentlichung bekannt geben.

Weitere Infos unter www.hebammenverband-hamburg.de

Dienst nach Vorschrift!
Freiberufliche Hebammen in Bayern protestieren gegen schlechte Bezahlung

Vom 1. Oktober bis zum 15. November machen die freiberuflichen Hebammen in Bayern nur noch „Dienst nach Vorschrift". Getragen wird die Aktion von Hebammen, die in der Wochenbettbetreuung tätig sind. Mit der Aktion protestieren die Hebammen gegen ihre schlechte Vergütungssituation.
Im Oktober und November brechen die Hebammen ihren Wochenbettbesuch nach 30 Minuten ab und bitten die Frauen auf einer gedruckten Postkarte anzukreuzen, welche Leistungen die Hebammen nach Ablauf der 30 Minuten-Frist nicht mehr erbringen konnten. Eine Karte soll an Gesundheitsminister Daniel Bahr und geschickt werden, mit der klaren Aufforderung endlich die bereits 2010 gemachten Versprechen einzulösen. Eine zweite Postkarte schickt die Frau an ihre Krankenkasse.

Mutter und Kind werden heute im Schnitt 1 - 2 Tage nach der Geburt aus dem Krankenhaus entlassen und haben einen großen Betreuungsbedarf. Meistens reicht bei den ersten Besuchen nach der Klinikentlassung eine Stunde für einen Wochenbettbesuch nicht aus. Neben der rein medizinischen Betreuung begleitet die Hebamme eine Familie im Prozess des Elternwerdens. Auch die Politik hat die Hebammen als Schlüsselpersonen im Kinderschutz erkannt. Diese Arbeit kostet Zeit, da die Voraussetzung dafür ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Hebamme und Frau ist. Sie braucht Raum für Beobachtung und Gespräche.

Für einen Hausbesuch erhält eine Hebamme von der Krankenkasse 27,-- € brutto. Davon verbleiben der Hebamme nach Abzug aller Abgaben gerade einmal 7,50 € im Geldbeutel.

Diesen Hungerlohn für gute Arbeit nehmen wir Hebammen nicht länger hin!

„Knapp 300 000 Menschen haben unsere E-Petition für bessere Arbeits- und Vergütungsbedingungen unterschrieben und noch immer gehen Unterschriften ein. Viele Versprechungen sind von Seiten der Politik und der Krankenkassen gemacht worden. Aber bislang gibt es keine erkennbaren Verbesserungen. Deshalb gehen wir in Bayern an die Öffentlichkeit und klagen mit unserer Aktion von der Politik und den Krankenkassen eine uns zustehende gerechte Bezahl“.

Weitere Informationen unter www.bhlv.de

Zuletzt geändert am 14.06.2021