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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Hamburgs Hebammen legen ihre Arbeit nieder: Streik am 20. und 21. Oktober 2011

„Wenn wir von unserer Arbeit nicht leben können, werden wir sie auch nicht erbringen!“

 

Hamburg, 05. Oktober 2011

Mit ihrem Streik appellieren die Hebammen an die Krankenkassen und fordern eine angemessene Bezahlung für Hebammenleistungen unter Berücksichtigung der Kosten der Berufsausübung. Von der Politik erwarten die Hebammen die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage zur Verbesserung der Hebammeneinkünfte. Bestreikt werden alle freiberuflichen Hebammentätigkeiten mit Ausnahme der Geburtshilfe. Während des Streiks wird es einen Hebammen-Notdienst geben.

Streiktreffpunkte und Kundgebungen am 20. Oktober:

11:00 Uhr Ottenser Marktplatz
12:00 Uhr Marie-Jonas-Platz, Kümmelstraße / Eppendorfer Landstraße
13:00 Uhr Alsterdorfer Str. 528, Hebammenpraxis Am Alsterlauf

Der deutsche Hebammenverband fordert von den Krankenkassen eine spürbare Anhebung der Vergütung für Hebammenleistungen um 30 Prozent. „Das Einkommen muss sich endlich der hohen Verantwortung anpassen, die Hebammen zu tragen haben und es muss sich an den Kompetenzen messen lassen, die von Hebammen erwartet werden.“ erläutert Susanne Lohmann, die Landesvorsitzende der Hamburger Hebammen. Das erwartete Verhandlungsangebot der Krankenkassen wird sich an der Grundlohnsummensteigerung von 1,98 Prozent orientieren. Das ist viel zu wenig und brächte z.B. bei den Gebühren für Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskurse eine Erhöhung von 5,71 Euro auf 5,81 Euro pro Stunde. Damit wäre nicht einmal annähernd ein Ausgleich zu den gestiegenen Haftpflichtprämien und sonstigen berufsbedingten Ausgaben erreicht.

Während der vergangenen Monate haben die Hebammen wiederholt durch Protestaktionen auf ihre Arbeits- und Verdienstsituation aufmerksam gemacht, die sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert hat. „Es kann nicht angehen, dass Hebammen bei der Existenzgründung von Unternehmensberatern empfohlen wird, noch ein Nebengeschäft zu betreiben, z. B. Kochkisten verkaufen, weil sie keine Aussicht haben, mit den Hebammenvergütungen ausreichende Einnahmen zu erzielen“, so Susanne Lohmann. „Leidtragende sind auch die jungen und werdenden Mütter mit ihren Familien. Immer häufiger ist zu hören, dass sie keine Hebamme mehr finden, weil diese wegen der Bezahlung, die nicht mehr auskömmlich ist, ihrem Beruf den Rücken kehren müssen.“

Kontakt:
Susanne Lohmann, Andrea Sturm
Erste Vorsitzende des Hebammenverband Hamburg e.V., Zweite Vorsitzende
Fon: 040 - 48 54 31, Mobil: 0176-61006242 Mobil: 0171-2655099
E-Mail: post(at)hebammen.info E-Mail: mail(at)hebammen.info  
Seewartenstraße 10, Haus 2, 20459 Hamburg
www.hebammen.info / www.hebammenverband-hamburg.de

Zuletzt geändert am 02.11.2021