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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Kassen verzeichnen vier Milliarden Gewinne und verweigern Hebammen ein akzeptables Angebot

Deutscher Hebammenverband - Pressemitteilung vom 7. Dezember 2011

Laut Presse haben die Krankenkassen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres einen Überschuss von vier Milliarden erzielt. Umso unverständlicher und empörender für den Deutschen Hebammenverband, dass die Krankenkassen am vereinbarten Termin den Hebammenverbänden kein neues Angebot vorgelegt haben.

Das Angebot der Krankenkassen für freiberuflich erbrachte Hebammenleistungen liegt noch immer bei 1.98%. Für eine Geburt (verrechnet mit einem Arbeitsaufwand von 11 Stunden) erhält eine Beleghebamme beispielsweise 237 Euro. Demgegenüber stehen weiter steigende Ausgaben für die Berufshaftpflichtversicherung, die ab Juli nächsten Jahres 4242 Euro betragen wird. Bei den derzeitigen Gebühren, die eine Beleghebamme für eine Geburt im Krankenhaus erhält, muss sie jährlich 196 Stunden bzw. 4,9 Wochen für die Finanzierung der Berufshaftpflicht arbeiten. 

Zum Hintergrund
Derzeit geben die Krankenkassen nur 0,3% ihres Budgets für Hebammenleistungen aus. Für einen  Wochenbettbesuch erhält eine freiberuflich tätige  Hebammen 27 Euro.

Für die Betriebskosten, die bei einer Geburt im Geburtshaus anfallen, wollen die Krankenkassen lediglich eine Pauschale von 550 Euro bezahlen.

Sämtliche Angebote sind nicht existenzsichernd, denn nach Abzug aller Ausgaben bleibt freiberuflich tätigen Hebammen im Schnitt ein Netto-Stundenlohn von ca. 7.50 Euro. 

Am 30. November 2011 haben die Hebammenverbände die Verhandlungen mit den Krankenkassen unterbrochen und für Montag, den 5. Dezember ein neues Angebot erwartet. Die Krankenkassen haben diesen Termin kommentarlos verstreichen lassen.

 „Uns wundert es nicht, wenn Frauen händeringend nach Hebammen suchen, die oft auf Monate im Voraus ausgebucht sind“, so Martina Klenk die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Viele Kolleginnen haben bereits den Hebammenberuf an den Nagel gehängt, weil sie davon nicht mehr leben konnten. Wenn die Krankenkassen den Berufsstand der Hebammen ausbluten lassen wollen, dann vernichten sie nicht nur einen Berufstand. Auch unendlich viele Frauen werden ohne gute Betreuung durch eine Hebamme in der Lebensphase Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu Opfern ihrer eigenen Krankenkassen“.

Kontakt: 
Dr. Edith Wolber, Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes
Telefon 06226 – 429400, Mail: wolber(at)hebammenverband.de

Zuletzt geändert am 14.06.2021