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Aus aktuellem Anlass

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Berufspolitik

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Bundesinitiative Frühe Hilfen setzt auf Familienhebammen

Anfang dieser Woche, am 5.11.2012 startete das Bundesfamilienministerium die Bundesinitiative Frühe Hilfen, die Kinder und Eltern in schwierigen Lebenslagen unterstützen soll. Für das Programm stehen in den ersten drei Jahren 177 Millionen Euro zur Verfügung. Unter anderem soll damit der Einsatz von Familienhebammen gefördert werden.

DHV-Präsidentin Martina Klenk (mit Mikrophon) bei der Auftaktveranstaltung zu den Frühen Hilfen

Welche Bedeutung diese bei den „Frühen Hilfen“ haben, erläuterte Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, bei der Podiumsdiskussion zum Start der Initiative: „Jede Familie hat zunächst einmal ein Recht auf eine reguläre Hebammenversorgung. Erst danach kann, bei besonderem Bedarf, eine Familienhebamme zum Einsatz kommen.“ Insgesamt gebe es bislang rund 1.500 Familienhebammen, die Familien mit erhöhtem Hilfebedarf bis zum ersten Geburtstag des Kindes unterstützten. „Diese sind aber nicht der verlängerte Arm des Jugendamtes. Das Vertrauensverhältnis zwischen den Familien und der Hebamme ist enorm wichtig“, betont die DHV-Präsidentin. Deshalb dürfe auch die Schweigepflicht der Hebammen nicht aufgehoben werden.

Nach Schätzung von Experten sind etwa zehn bis 15 Prozent der Kinder in Deutschland von schwierigen familiären Verhältnissen betroffen. Dem will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Bundesinitiative Frühe Hilfen begegnen. Zum einen sollen die bestehenden Angebote – etwa der Schwangerenberatung, des Gesundheitsbereichs und der Jugendhilfe – besser untereinander abgestimmt werden. Zum anderen wird der Einsatz von Familienhebammen und vergleichbaren Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich gefördert. Sie übernehmen die Lotsenfunktion von der Familie zu den Netzwerken. Auch die Arbeit ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer soll unterstützt werden.

Zum Start der Bundesinitiative diskutierten 300 Fachkräfte aus Bund, Ländern und Kommunen über ihre Erfahrungen mit den Frühen Hilfen und erarbeiten gemeinsam Grundlagen für das weitere Vorgehen. Martina Klenk ist froh, dass die Regierung die Bedeutung der Hebammenarbeit für die Familien erkannt hat. Jetzt müsse sich dies endlich auch in einer angemessenen Bezahlung der Hebammen niederschlagen. Zumindest für die Familienhebammen stellt der Bund seit Anfang des Jahres Gelder zu Verfügung. Das kann aber nur der Anfang sein!


Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 5.11.2012: Kristina Schröder startet Bundesinitiative Frühe Hilfen

Frühe Hilfen: Familienhebammen

Zuletzt geändert am 04.03.2022