Deutsch English

DHV-Kampagne 2021 - hier Material und Wahlprüfsteine herunter laden

Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

DHV-Stellungnahme zum Referentenentwurf „Vertrauliche Geburt“

Das Bundesfamilienministerium plant, die sogenannte anonyme oder vertrauliche Geburt in Deutschland verbindlich zu regeln. Hierzu liegt jetzt ein Referentenentwurf vor. Der DHV begrüßt in einer Stellungnahme grundsätzlich die Schaffung von mehr Rechtssicherheit in diesem Bereich, sieht jedoch in einigen Punkten dringenden Änderungsbedarf.

Zum einen greife es zu kurz, nur die klinische Geburtshilfe in den Blick zu nehmen. Denn schwangere Frauen in Konfliktsituationen suchten gerade freiberuflich ambulant arbeitende Hebammen auf. „Die Hebammen bewegen sich in einer totalen rechtlichen Grauzone, wenn eine Frau ambulant und vertraulich bei ihr entbinden möchte. Das muss sich unbedingt ändern!,“ sagt Katharina Jeschke, DHV-Beirätin für den freiberuflichen Bereich. Zudem sei natürlich auch die Bezahlung in diesen Fällen überhaupt nicht geregelt.

Zum anderen sei es falsch, den Fokus allein auf Frauen zu richten, die das Kind anonym gebären und dann zur Adoption freigeben wollten. „Nicht jede Mutter, die ihr Kind anonym gebären möchte, will es weggeben oder ist eine schlechte Mutter. Eine Verknüpfung von vertraulicher Geburt und Adoption halten wir für rechtlich bedenklich.“

Weitere Informationen:
4.11.2012: DHV-Stellungnahme zum Referentenentwurf „Vertrauliche Geburt“

31.10.2012, Tagesspiegel: Ein Recht auf Anonymität

9.7.2012, Spiegel: Klappe zu, Baby weg

 

Zuletzt geändert am 14.06.2021