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Aus aktuellem Anlass

Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

DHV-Wahlprüfsteine 2013: Auf den Anfang kommt es an!

Im September wird in Deutschland gewählt. Ein guter Zeitpunkt, um den Politikern zu sagen, was Sie auf jeden Fall in ihr Wahlprogramm aufnehmen sollten. Der Deutsche Hebammenverband hat dies jetzt mit Wahlprüfsteinen getan, die die Forderungen der Hebammen an die Politik zusammenfassen.

Foto: Matthias Bucks

Ob in der Frage nach bezahlbaren Haftpflichtversicherungen, einer angemessenen Betreuung der Schwangeren in der Klinik oder Verbesserungen in der Ausbildung der Hebammen:  Überall gibt es noch viel zu tun! Der DHV zeigt in seinen Prüfsteinen die Defizite auf und sagt, was konkret geschehen muss, damit Hebammen ihre wichtige Arbeit gut verrichten können.

Hebammenhilfe für alle Frauen
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So müssen beispielsweise die gesetzlichen Regelungen im Sozialgesetzbuch drindend weiter entwickelt werden, damit der Anspruch einer jeden schwangeren Frau auf Hebammenhilfe erfüllt werden kann. Dazu gehören die Einführung finanzieller Hilfen zur Praxisgründung, Bereitstellung kommunaler Räumlichkeiten und eine Betriebskostenpauschale auch für Hebammenpraxen, die keine geburtshilflichen Leistungen anbieten. Außerdem muss das Haftungsrecht in der Geburtshilfe dringend reformiert werden. Zurzeit sind die Prämien mit fast 5000 Euro so hoch, dass immer mehr Hebammen gezwungen sind, ihr Kerngeschäft aufzugeben.

Bessere Bedingungen für die Klinikhebammen!
Wichtig ist auch, dass sich die geburtshilfliche Situation in den Kliniken verbessert. Die Hebammenstellen in den Kreißsälen werden immer noch auf Grundlage einer Personalberechnung von 1990 eingerichtet. Damals ging man davon aus, dass eine Hebamme mit Vollzeitstelle 118 Geburten im Jahr betreut. Die Realität heute sieht so aus, dass auf eine Hebamme bis zu 160 Geburten im Jahr kommen.

Hinzu kommen immer mehr Administrations- und Dokumentationsaufgaben. Dies führt dazu, dass eine Klinikhebamme um bis zu vier gebärende Frauen gleichzeitig kümmern muss. Studien zeigen, dass Frauen in dieser wichtigen und einmaligen Lebenssituation eigentich eine 1:1-Betreuung brauchen. Nur so lassen sich auch die viel zu vielen unnötigen Kaiserschnitte vermeiden. In Deutschland liegt die Kaiserschnittrate inzwischen bei über 30 Prozent.

Hebammen an die Hochschulen!
Nicht zuletzt muss auch die Berufsausbildung von Hebammen reformiert werden. Fast überall in Europa werden Hebammen an Fachhochschulen ausgebildet. In Deutschland dagegen ist ein Studium zurzeit nur als Ergänzung zur Ausbildung möglich oder an drei Hochschulen mit primärqualifizierenden Modellstudiengängen. Der Deutsche Hebammenverband erwartet eine generelle Ablösung der bisherigen Fachschulausbildung durch primärqualifizierende duale Studiengänge.

Die DHV-Wahlprüfsteine sind in Berlin und den Bundesländern an die zuständigen Politiker aller Parteien gegangen. Aber auch jede einzelne ist gefragt. Schreiben Sie an Ihren/Ihre Abgeordnete und schildern Sie ihnen, warum Ihnen die Anliegen der Hebammen am Herzen liegen! Auf den Seiten des Deutschen Bundestages können Sie den Abgeordneten Ihres Wahlkreises finden.


Weitere Informationen:

DHV-Wahlprüfsteine 2013: Auf den Anfang kommt es an!

Zuletzt geändert am 16.12.2022