Deutsch English

Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Geburtshilfe wird für Hebammen unbezahlbar!

Zum 1. Juli 2014 werden die Haftpflichtprämien für Hebammen erneut um rund 20 Prozent steigen. Das teilte der Versicherungsmakler Securon dem Deutschen Hebammenverband heute mit. In der Geburtshilfe tätige freiberufliche Hebammen müssen dann über 5000 Euro im Jahr für ihre Versicherung bezahlen. Noch mehr Hebammen werden sich so ihre originären Tätigkeiten nicht mehr leisten können. Die Politik und Krankenkassen müssen endlich handeln.

Foto:Campact/Ruben Neugebauer

„Schon jetzt finden viele Frauen nur schwer eine Hebamme für die Geburt oder das Wochenbett. Die Kolleginnen müssen viele Schwangere abweisen. Diese Situation wird sich mit der Haftpflichterhöhung im nächsten Jahr nochmals verschärfen“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. Die Prämien haben sich in den letzten zehn Jahren bereits verzehnfacht – bei einer weiterhin niedrigen Vergütung. Weitere Steigerungen sind bereits für 2015 angekündigt.

Der Grund liegt nicht an einer Zunahme teurer Behandlungsfälle, sondern an steigenden Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und an einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern. Dem Deutschen Hebammenverband liegt nur noch das Angebot eines einzigen Versicherungskonsortiums vor, das bereit ist, das Risiko für diese möglichen hohen Schadenssummen zu übernehmen.

„Hier sind jetzt dringend gesetzgeberische Lösungen aus der Politik gefragt“, sagt Martina Klenk. „Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Denkbar wäre zum Beispiel ein staatlich finanzierter Haftungsfonds, der die Kosten über einer bestimmten Haftungsobergrenze übernimmt. Außerdem brauchen wir unbedingt eine Regressdeckelung für die Forderungen der Sozialversicherungsträger. Ansonsten bleiben wir bei der absurden Situation, dass die Kranken- und Rentenkassen immer mehr Geld von den Hebammen zurückfordern und damit die Prämien in die Höhe treiben, gleichzeitig jedoch auch in der Verantwortung stehen, die steigenden Haftpflichtprämien auszugleichen.“

Weitere Informationen:  

  • Gemeinsame Stellungnahme der Hebammenverbände zur geburtshilflichen Versorgung und Sicherstellung der Hebammenhilfe in der nächsten Legislaturperiode
    Oktober 2013, pdf-Datei, 2 Seiten,Download

  • Stellungnahme des Deutschen Hebammenverbandes e.V. zur Haftpflichtsituation im Bereich der freiberuflichen Hebammentätigkeit
    Juni  2013, pdf-Datei, 18 Seiten,Download

 

Zuletzt geändert am 02.11.2021