Deutsch English

Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Die Situation in den Kliniken ist unerträglich!

Über 130 Hebammen sind gestern zum alljährlichen Fachtag für angestellte Hebammen nach Kassel gekommen. So viele waren es lange nicht mehr. Der Frust ist groß: personelle Unterbesetzung, Missbrauch von Rufbereitschaften, ausbeuterische Zustände. Von diesen Problemen konnte fast jede der Teilnehmerinnen berichten. Und so ging es bei der Tagung neben dem fachlichen Austausch vor allem auch um arbeitspolitische Themen.

Hebammen auf de Fachtag für angestellte Hebammen; Foto: Doris Knorr

"Die Arbeitsbedingungen in den Kliniken sind oft unerträglich", sagt Susanne Steppat, DHV-Beirätin für den Angestelltenbereich. "Da werden die Kolleginnen zu Doppelschichten verdonnert, obwohl das gegen geltendes Arbeitsrecht verstößt. Es gibt einfach zu wenig Personal. Und die Hebammen und die Schwangeren müssen das ausbaden."

Insbesondere die Einschätzungen des Juristen Armin-Octavian Hirschmüller, Rechtsanwalt des DHV, waren gefragt. Da die Probleme auf den Nägeln brannten, wurde selbst auf die eingeplante Kaffeepause verzichtet. "Wir wissen um die Nöte der Hebammen in den Kliniken. Es ist jedoch nötig, diese noch genauer zu benennen und zu quantifizieren", sagt Susanne Steppat.

"Deswegen führen wir jetzt bis Ende Februar eine Umfrage unter allen angestellten Hebammen durch. Wenn wir wissen, wo genau der Schuh drückt, können wir uns besser für die Kolleginnen einsetzen!" Im April sollen die Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht werden.

Weitere Informationen:

Zur Umfrage
Tagungsflyer

Zuletzt geändert am 02.11.2021