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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen!

25.11.2014

Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Der DHV setzt deshalb mit einer Terre-des-Femmes-Flagge auf der heute beginnenden Bundesdelegiertentagung (BDT)* in Fulda ein Zeichen gegen diese Gewalt. Eine weitere Flagge hängt aus dem Fenster des Berliner Büros.

Hebammen von der Bundesdelegiertentagung setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen!

„Gewalt gegen Frauen trägt vielfältige Züge“, sagt DHV-Präsidentin Martina Klenk. „Auch in der Geburtshilfe machen Frauen Erfahrungen, die sie als gewaltsam erleben. Hier tun wir Hebammen und auch die Ärzte gut daran, genau zuzuhören und diese Erfahrungen ernst zu nehmen. Denn auch Routinehandlungen in der Geburtshilfe können unter Umständen als Gewalt empfunden werden.“

Die internationale Bewegung Roses Revolution will auf eben diese Formen der Gewalt aufmerksam machen. Sie ermutigt Frauen am 25. November eine rosafarbene Rose vor die Tür des Kreißsaals oder eines anderen Geburtsortes zu legen, in dem ihnen Gewalt widerfahren ist. Seit dem vergangenem Jahr ist diese Bewegung auch in Deutschland angekommen.

„Vielen Hebammen sind irritiert oder erschrocken, wenn sie eine solche Rose vor ihrer Kreißsaaltür finden“, sagt Martina Klenk. „Da die Rosen anonym abgegeben werden, fehlt ihnen die Möglichkeit eines Gesprächs über das, was als Gewalt während der Geburt wahrgenommen wurde. Trotzdem ist ein Anstoß, über die Art der Geburtshilfe nachzudenken, sicher gut und richtig!“

Auch Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen eine Aktion ins Leben gerufen: Sie lädt die Menschen dazu ein, mit einem eigenen Selfie-Foto das Hilfetelefon für Frauen bekannter zu machen. Mit dem 2013 eingerichteten Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" wird betroffenen Frauen erstmalig auch eine bundesweite 24-Stunden-Beratung angeboten. Sie ist kostenlos, anonym und in 15 Sprachen.

„Solange immer noch etwa jede dritte Frau in Deutschland von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen ist, wie eine aktuelle europäischen Studie belegt, müssen wir Aktionstage wie den 25. November nutzen, um darauf aufmerksam zu machen“, sagt Martina Klenk.

* Vom 25. bis zum 27. November 2014 findet in Fulda die jährliche Bundesdelegiertentagung (BDT) des Deutschen Hebammenverbandes e.V. statt. Rund 150 delegierte Hebammen aus den 16 Landesverbänden beraten über die Zukunft der Hebammen und stimmen über die künftigen Schwerpunkte des Verbandes ab.


Zuletzt geändert am 05.11.2018