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Hebammenwesen ist Immaterielles Kulturerbe - Hebammenverband begrüßt Aufnahme in Bundesweites Verzeichnis

09.12.2016

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat heute das Hebammenwesen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

In diesem Verzeichnis soll die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar gemacht werden. Die Tätigkeit von Hebammen ist eine der ältesten Berufstechniken der Menschheit. Ihre Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt ihre historische und aktuelle Bedeutung. Die Deutsche UNESCO-Kommission begründet Ihre Entscheidung mit dem über einen langen Zeitraum erworbenem Wissen im Umgang mit der Natur und dem Leben: „Dass dieses Wissen und Können auch dann abrufbereit und einsatzbereit ist, wenn die technische Infrastruktur der Medizin nicht verfügbar ist, überzeugt von seinem Charakter als Immaterielles Kulturerbe. Die große Breite des Hebammenwissens, das sich über Geburtsvorgänge, Kindesentwicklung, Naturheilkunde, Akupressur, Massage usw. erstreckt, ist beachtlich. Das Hebammenwesen vereint verschiedene Kulturtechniken und besitzt einen hohen sozialen und kulturellen Wert, der sich in der engen Begleitung werdender Mütter vor, während und nach der Geburt ausdrückt.“

„Die Hebammenkunst ist ein unschätzbares und in unseren Augen auch schützenswertes Gut“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e. V. (DHV). „Hebammen arbeiten sowohl mit seit Jahrtausenden weitergegebenem Erfahrungswissen als auch neuesten medizinischen Erkenntnissen“, betont Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des DHV. Frauen begleiten seit Menschengedenken andere Frauen vor, während und nach der Geburt ihres Kindes. Der Beruf hat sich immer weiter professionalisiert und strebt aktuell die Akademisierung an.

Hebammen lernen in Deutschland ihren Beruf nicht nur an einer von 58 Hebammenschulen, sondern mittlerweile auch an vier primärqualifizierenden Hochschulen. Angehende Hebammen werden durch erfahrene Kolleginnen in die Hebammenkunst eingeführt, in Praxiseinsätzen im Kreißsaal, auf der Wochenbett- oder Neugeborenenstation, an der Seite von freiberuflichen Hebammen oder in hebammengeleiteten Einrichtungen. Bis 2020 sollen die Weichenstellungen für die volle Akademisierung der Hebammenausbildung gesetzlich umgesetzt sein.

Im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland werden kulturelle Traditionen in und aus Deutschland gesammelt. Das Verzeichnis wird von der Deutschen UNESCO-Kommission und verschiedenen deutschen staatlichen Akteuren erstellt. Der Deutscher Hebammenverband e. V. hatte gemeinsam mit dem Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD e. V. und der Initiative Hebammen für Deutschland im Oktober 2015 bei der Deutschen UNESCO-Kommission die Aufnahme des Hebammenwesens beantragt.

Kontakt und weitere Informationen:

Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/3940677-30
E-Mail: presse@hebammenverband.de

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 18.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 22.05.2017