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Der DHV zu Neugründungen von Hebammenschulen

26.01.2017

Die derzeitige Neugründung von Hebammenschulen in vielen Bundesländern soll oftmals dem Hebammenmangel in den Kreißsälen entgegenwirken. Grundsätzlich ist zwar richtig: Wer in die Ausbildung investiert, sichert die Zukunft.

Dennoch sieht Yvonne Bovermann, Präsidiumsmitglied des DHV und Beirätin für den Bildungsbereich, die Neugründungen von Hebammenschulen zum jetzigen Zeitpunkt als kritisch und empfiehlt davon abzusehen, sondern lieber eine Kooperation mit bestehenden Ausbildungsstätten einzugehen.

 

Zum einen endet die Übergangsfrist der EU zur Umstellung auf die hochschulische Bildung für Hebammen im Januar 2020. Wer nach diesem Stichtag ein Examen absolviert, welches nicht den dann gültigen Vorgaben der europäischen Richtlinie zur Anerkennung von Berufsqualifikationen entspricht, wird eventuell in Europa nicht mehr automatisch anerkannt werden. Deshalb soll die Hebammenausbildung in Deutschland ab Januar 2020 möglichst flächendeckend die Vorgaben der EU einhalten. Dies ist mit einer dreijährigen berufsschulischen Ausbildung nicht mehr möglich.

Es gibt zudem Schwierigkeiten bei der Gründung neuer Hebammenschulen, da vor Ort ausreichend qualifizierte Lehrkräfte fehlen. Gerade bei der Neugründung und dem Aufbau von Ausbildungsstrukturen bedarf es jedoch akademisch-pädagogisch geschulter Hebammen.

Das ausführliche Positionspapier des DHV erhalten Sie hier.

 

 


Zuletzt geändert am 22.05.2017