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Equal Pay Day 2017: Hebammenverband fordert faire Bezahlung von Hebammenleistungen

16.03.2017

Immer noch verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer. 21 Prozent beträgt der Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen laut Statistischem Bundesamt. Aktuell müssen Frauen im Schnitt 77 Tage mehr arbeiten, um dasselbe Gehalt wie Männer zu erhalten. Aus diesem Grund findet in Deutschland am 18. März, dem 77. Tag des Jahres, der Equal Pay Day statt. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) nimmt dies zum Anlass, vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen mit den Krankenkassen eine faire Bezahlung von Hebammenleistungen zu fordern.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

„Es ist bedauerlich, dass sich die gesellschaftliche Wertschätzung bestimmter Berufe nicht auf deren Entlohnung auswirkt“, so Martina Klenk, Präsidentin des DHV. „Die aktuellen Verhandlungen mit den Krankenkassen über die Vergütung von Hebammen zeigen beispielsweise auf ein Neues, dass die Arbeit am Menschen und mit ihm immer noch als uneigennützig angesehen wird. Wir fordern die angemessene Entlohnung von Hebammenleistungen entsprechend ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.“ Frauen- wie auch sogenannte Care-Berufe – beispielsweise in Pflegeeinrichtungen oder in der Altenpflege – werden nicht entsprechend des großen fachlichen Wissens wie auch der hohen gesellschaftlichen Verantwortung der ausübenden Berufsgruppen vergütet. Rund 23.000 Hebammen bieten deutschlandweit 365 Tage im Jahr 24 Stunden täglich Frauen Unterstützung vor, während und nach der Geburt an. Trotz ihrer großen gesellschaftlichen Bedeutung erhalten Hebammen keine angemessene Vergütung.

Entstanden ist der Equal Pay Day, der Tag für gleiche Bezahlung, in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women (BPW) schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff BPW Germany auf und startete 2008 die Initiative Rote Tasche, die den Grundstein für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day legte. BPW ist eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen. BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt.

 

 

 

Kontakt und weitere Informationen:

Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/3940 677 30
E-Mail: presse@hebammenverband.de

 

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den Frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 22.05.2017