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Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017

29.03.2017

Am 24. September 2017 ist es soweit: Deutschland wählt! Demnach ist es besonders wichtig, vorab Politikerinnen und Politiker für unsere Themen zu sensibilisieren. Wie wollen sich die einzelnen Parteien künftig für die hebammenspezifischen Interessen und Belange einsetzen? Um das herauszufinden, hat der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) allen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien nun die Wahlprüfsteine vorgelegt.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

Die Sicherstellung der Versorgung durch Hebammenhilfe ist das Grundanliegen des DHV für die kommende Legislaturperiode. Doch inwiefern kann der Verband hier auf die Unterstützung von Politikerinnen und Politikern hoffen? Welche Maßnahmen sind geplant, um das Hebammenwesen zu stärken? Jetzt sind die Politikerinnen und Politiker aufgerufen, Stellung zu beziehen!

„Wir wollen, dass unsere Anliegen von den Parteien ernsthaft geprüft, bearbeitet und angegangen werden", bekräftigt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e. V. Es gebe noch viel zu tun. „Wir haben Lösungsvorschlage, die wir im Austausch mit den Politikerinnen und Politikern erörtern wollen.“

Fragen stellen, Antworten fordern,  in Aktion treten

Im Zusammenhang mit den Wahlprüfsteinen hat der DHV verschiedene Aktionen geplant und freut sich über Unterstützung. Es gilt, frühzeitig Problematiken und Lösungswege für den Hebammenberuf vor der kommenden Legislaturperiode aufzuzeigen. Aus dem Grund ist es wichtig, die Themen in den Köpfen der künftigen politischen Entscheiderinnen und Entscheider zu verankern, Fragen zu stellen und Antworten zu fordern.

Auf unsere-hebammen.de werden die Wahlprüfsteine des DHV ab Mai als Textbausteine zu finden sein. Eltern und weitere Unterstützerinnen und Unterstützer sind aufgefordert, MdB-Kandidatinnen und -Kandidaten mit den Fragen und Forderungen aus den Wahlprüfsteinen anzuschreiben. Eine Übersicht der Abgeordneten auf der Webseite des Deutschen Bundestags hilft, die oder den Abgeordnete/n Ihres Wahlkreises zu finden.

Ebenfalls ab Mai wird der DHV Hebammen sowie Unterstützerinnen und Unterstützern Informationsmaterialien für die direkte Ansprache von MdB-Kandidatinnen und –Kandidaten bereitstellen.

Für Ende August bis Mitte September 2017 plant der DHV außerdem eine Deutschlandtour mit Infobus. Im Rahmen der Tour gibt es Dialogveranstaltungen mit Verbandsvertreterinnen, Expertinnen und Experten sowie MdB-Kandidatinnen und -Kandidaten. Außerdem treten Verbandsvertreterinnen und Hebammen am Infostand ins direkte Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern. Dabei können sie auf Problematiken aufmerksam machen und für Unterstützung werben.

Die Wahlprüfsteine des DHV können Sie in aller Ausführlichkeit hier nachlesen. Zusammengefasst beinhalten sie folgende Themen mit einzelnen Punkten und Forderungen:

Rahmenbedingungen der Hebammenarbeit verbessern
Neben einer regelmäßigen statistischen Datenerhebung über den Bedarf an Hebammenversorgung fordert der DHV eine nachhaltige Lösung der Haftpflichtproblematik. Des Weiteren gilt es, eine Neubewertung der Abrechnungspauschalen für die Geburtshilfe durchzusetzen. Zudem müssen evidenzbasierte Leitlinien, die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett von Frauen und Neugeborenen betreffen, interprofessionell entwickelt werden. Einheitliche Standards sollen geschaffen und bereits bestehende Standards tatsächlich umgesetzt werden.

Versorgung mit Hebammenleistungen planen und sicherstellen

Eine Forderung des DHV ist die Erarbeitung eines nationalen Aktionsplans zur Förderung der physiologischen Geburt. Außerdem spricht sich der Verband für den Einsatz von Hebammen in Kliniken entsprechend ihrer Ausbildung und Kompetenzen aus. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Entwicklung eines Personalbemessungsinstruments für die Hebammenbetreuung in der Geburtshilfe. Überdies plädiert der DHV für die Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung von Schwangeren und ihren Kindern. Um die ambulante Hebammenversorgung zu fördern, ist außerdem die Schaffung der notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen unabdingbar.


Überführung der Hebammenausbildung an die Hochschule

Mit der Neufassung des Hebammenberufsgesetzes muss sichergestellt werden, dass Hebammen durch das Studium qualifiziert werden, ihre Berufstätigkeit auf einem hohen Niveau selbstständig zu gestalten und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus fordert der DHV, dass sowohl für die jetzt arbeitenden, erfahrenen Hebammen als auch für die aktuell Lehrenden im Hebammenwesen gesetzliche Übergangsregelungen geschaffen werden, um ihnen den Zugang zu einem akademischen Grad bzw. in die hochschulische Lehre zu erleichtern. Der Verband spricht sich außerdem dafür aus, mit der Vorbereitung der Umsetzung der EU-Richtlinien sofort zu starten, damit auch in den Bundesländern Maßnahmen zur Umstrukturierung der Lehre getroffen werden können.


Der DHV hat die Wahlprüfsteine den zuständigen Politikerinnen und Politikern der Parteien übermittelt. Mit den Antworten rechnen wir bis Ende Mai, die wir dann selbstverständlich veröffentlichen.

Weitere Informationen:
Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017: Versorgung mit Hebammenhilfe sicherstellen


Zuletzt geändert am 28.03.2017