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Hebammenverband fordert Umdenken in der Geburtshilfe

04.05.2017

Zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai stellt der Hebammenverband Thesen für eine gute Geburtshilfe vor.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

Die Geburtshilfe in Deutschland steht vor zahlreichen Schwierigkeiten: Immer mehr Kreißsäle schließen. Aktuell planen die Gesetzlichen Krankenkassen massive Einschränkungen bei den Beleghebammen, die die Betreuung von 20 Prozent aller Geburten in Kliniken gefährden würden. Die Geburtshilfe ist seit Jahren unterfinanziert und von steigendem Personalmangel betroffen. Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) sieht deshalb die gute Betreuung jeder Frau und jeder Familie während der Geburt in Gefahr. Geburtshilfe beruht auf Werten wie dem Schutz von Mutter und Kind. Damit diese Werte wieder ins Zentrum der Geburtshilfe rücken, veröffentlicht der Hebammenverband anlässlich des Hebammentags „12 Thesen für eine gute Geburtshilfe“.

„Wir brauchen ein Umdenken in der Geburtshilfe. Dazu gehört eine bürgernahe Gesundheitspolitik, die wohnortnahe Geburtshilfe stärkt“, so Martina Klenk, Präsidentin des DHV. Dazu benötigt es jedoch eine Versorgungsplanung, die mehr Betreuungsmöglichkeiten für Frauen bereitstellt anstelle weitere Kreißsäle zu schließen. Die Arbeitsbedingungen für Hebammen müssen verbessert werden. „Geburtshilfe darf nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten geplant werden, denn jede Geburt braucht Zeit und  individuelle Begleitung“, betont Martina Klenk.

„Wir müssen darüber nachdenken, wie Frauen gebären und wie Kinder geboren werden“, so Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des DHV zu den Thesen des Verbands. „Dazu muss der Beruf der Hebammen aufgewertet werden, denn Hebammen schützen, wahren und fördern die körperliche und seelische Gesundheit der Frauen und ihrer Kinder“.

Der Hebammentag findet seit 1992 in jedem Jahr am 5. Mai statt. Das diesjährige Motto des Internationalen Hebammenverbands (ICM) lautet: „Hebammen, Frauen und Familien: Partner fürs Leben“. Zahlreiche Hebammen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer weisen weltweit mit Aktionen und Infoveranstaltungen auf den Wert von Hebammenarbeit für Frauen und Neugeborene hin. Auch in Deutschland finden regionale Aktionen statt.


Hier können Sie die „12 Thesen für eine gute Geburtshilfe“ herunterladen und ausdrucken.

Nähere Informationen zu unserer Aktion anlässlich des Internationalen Hebammentags
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Kontakt und weitere Informationen:
Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/3940 677 30
E-Mail: presse@hebammenverband.de

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den Frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 07.11.2017