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Aktionstag „Roses Revolution Day“: Gewalterfahrung während der Geburt

23.11.2017

Am 25. November legen anlässlich des „Roses Revolution Days“ Frauen eine Rose vor Kreißsälen nieder, um auf ihre traumatischen Erlebnisse während der Geburt hinzuweisen. Damit wollen sie ein Zeichen gegen psychische oder körperliche Gewalt in dieser besonderen Situation setzen. Die Aktion wurde vor fünf Jahren von der Organisation „Human Rights in Childbirth“ ins Leben gerufen - im Rahmen des bereits seit 1960 begangenen „Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

Für die meisten Frauen markiert die Geburt des eigenen Kindes einen Meilenstein in ihrem Leben. Im Idealfall bleibt sie ihnen trotz Wehen und Schmerzen als besonderes, freudiges Erlebnis in Erinnerung. Aber es passiert auch, dass die Geburt für Frauen mit negativen Erfahrungen behaftet ist – zum Beispiel, wenn sie während der Geburt Gewalt erlebt haben. Mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gewalt in der Geburtshilfe offiziell anerkannt.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e.V. nimmt dazu Stellung: "Keine Hebamme fügt mit Absicht Schaden zu. Wir Hebammen verstehen uns als Anwältinnen der Frauen. 

Leider erleben immer mehr Hebammen eine sehr belastende Arbeitssituation in den Kreißsälen aufgrund von Personalmangel, Arbeitsverdichtung und ökonomischen Zwängen. In dieser Situation ist nicht immer eine gute Kommunikation mit der werdenden Mutter möglich. Kommunikation ist aber wesentlich, damit Handlungen nicht als Übergriffe wahrgenommen werden. 

Der Deutsche Hebammenverband setzt sich schon lange für respektvolle Geburtshilfe ein. Wir informieren unsere Mitglieder zum Thema, haben in diesem Jahr auch Thesen für eine gute Geburtshilfe entwickelt und bieten seit Jahren Fortbildungen zu traumasensibler Haltung an. Wir unterstützen den Roses Revolution Day, weil wir möchten, dass sich etwas ändert in den Kreißsälen. Ich persönlich habe großen Respekt vor den Frauen, die ihre Gewalterfahrung thematisieren."

Ab Januar 2018 bietet der DHV den Workshop „Traumasensible Haltung in der Hebammenarbeit“ mit Referentin Maria Zemp, Expertin für Traumaarbeit, erneut an. 

Alle Infos zu dem Seminar und weitere DHV-Veranstaltungen finden Sie hier.

Weitere Informationen:
Roses Revolution: für eine gewaltfreie Geburtshilfe


Zuletzt geändert am 20.11.2017