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Weihnachten im Kreißsaal

18.12.2017

Susanne Steppat aus dem Präsidium des Hebammenverbands arbeitete viele Jahre an Weihnachten als Hebamme im Kreißsaal. Während die meisten Familien am geschmückten Tannenbaum saßen, begleitete sie Frauen bei der Geburt ihrer Kinder. Sie erzählt uns ihre schönsten Erlebnisse.

Foto: pitopia/Gudrun Münz

Foto: pitopia/Gudrun Münz

„Der 24. Dezember ist kein beliebter Dienst. Ich habe mich immer freiwillig gemeldet, denn an Weihnachten ist eine tolle Stimmung im Kreißsaal. Wir schmücken die ganze Station und sitzen zusammen bei alkoholfreiem Punsch.

Kinder werden ja immer geboren, auch an Weihnachten. Ich habe einmal eine Frau betreut, die ihr drittes Kind bekam. Auf einmal stockte die Geburt. Eigentlich müsste das Baby doch gleich da sein – so meinte ich. Ich wollte sie anspornen, sie meinte jedoch, sie muss jetzt noch auf ihren Mann warten. Und tatsächlich: Sie konnte die Geburt so lange hinauszögern, bis die Tür aufging und ihr Mann im Kreißsaal stand. Das Kind ist noch an Heiligabend geboren worden.

Am Weihnachtsabend steht die Zeit irgendwie still. So viele Menschen feiern, es fahren kaum Autos auf den Straßen. Dieses Innehalten spürt man auch im Kreißsaal.

Die Eltern sind jedoch auch an diesem Abend so wie alle Eltern – aufgeregt oder gelassen, in jedem Fall aber ganz konzentriert auf das große Ereignis Geburt.

Manche Eltern finden es sogar besonders schön, ihr Kind an Weihnachten zu bekommen. Eine Frau hatte ihr erstes Kind an Weihnachten zur Welt gebracht. Zwei Jahre später öffne ich die Tür zum Kreißsaal und sie steht wieder da. Es hat tatsächlich geklappt – auch das zweite Kind wurde am 24. Dezember geboren, und sie hatte zwei kleine Christkinder.“


Zuletzt geändert am 18.10.2018