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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Hebammen und Gynäkologen fordern gemeinsam Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung der Geburtshilfe

23.01.2018

Vertreterinnen und Vertreter der Fachverbände von Hebammen und Gynäkologinnen und Gynäkologen haben aktuell in Berlin die bundesweit alarmierende Situation der geburtshilflichen Versorgung von Frauen analysiert und Lösungsansätze erarbeitet. Derzeit ist nicht mehr überall in Deutschland die Versorgung werdender Mütter gewährleistet. Immer wieder werden Frauen vor den Türen der Kreißsäle abgewiesen aufgrund von Überlastung. Zur Sicherstellung der Geburtshilfe fordern Hebammen mit Gynäkologinnen und Gynäkologen jetzt Sofortmaßnahmen.

Foto: Noel Matoff

„Das ist der Beginn eines starken Bündnisses für die Geburtshilfe in Deutschland. Wir wollen, dass jede Frau die bestmögliche Unterstützung bekommt bei der Geburt“, so Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e. V. (DHV).

Die sechs beteiligten Verbände sehen es als unabdingbar an, folgende Maßnahmen unverzüglich umzusetzen:

•    Hebammen sollen maximal zwei Frauen gleichzeitig während der Geburt betreuen.
•    Hebammen müssen von fachfremden Tätigkeiten, die nicht prioritär zu ihrem Aufgabenbereich gehören, entlastet werden.
•    Die Arbeitsbedingungen müssen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Flexibilität, beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sowie angemessener Vergütung verbessert werden.
•    Der Wiedereinstieg in die Geburtshilfe im Kreißsaal muss (beispielsweise nach der Elternzeit) durch geeignete Wiedereingliederungsmaßnahmen erleichtert und gefördert werden.

Einigkeit gab es darüber, dass es gelingen muss, wieder mehr Hebammen für die Arbeit im Kreißsaal zu gewinnen. Ein sehr hohes Arbeitsaufkommen, starke Hierarchien und immer mehr  Aufgaben, die nicht prioritär in den Arbeitsbereich der Hebammen fallen, führen dazu, dass für Hebammen in den Kliniken oftmals keine umfassende Betreuung der Gebärenden mehr möglich ist.  Daher entscheiden sie sich mittlerweile häufig gegen eine Tätigkeit in der klinischen Geburtshilfe.

An dem Treffen haben Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV), des Bunds freiberuflicher Hebammen Deutschlands e. V. (BfHD), der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. (BVF) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (BLFG) teilgenommen. Weitere Treffen sind geplant.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.


Zuletzt geändert am 05.11.2018