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Personaluntergrenzen auch für Hebammen

01.03.2018

Das Land Berlin hat den Entwurf eines Entschließungsantrags "Die Situation der Pflege durch Pflegepersonaluntergrenzen spürbar verbessern" in den Bundesrat eingebracht. Er wird am Freitag, den 2. März 2018 im Plenum des Bundesrates beraten und dann an die Ausschüsse überwiesen. Der Entwurf enthält auch Forderungen zur Verbesserung der Personalsituation bei Hebammen.

Das Gebäude des Bundesrats - Foto © Bundesrat

Das Gebäude des Bundesrats - Foto © Bundesrat

„Angesichts der Überlastung des Pflegepersonals in den Krankenhäusern, die sowohl die Patientenversorgung beeinträchtigt als auch zur Abwanderung des Fachpersonals aus den Pflegeberufen führt, ist die Einführung von Personaluntergrenzen ein überfälliger Schritt“, begründet der Senat von Berlin den Antrag. Auch für Hebammen soll sich die Situation bessern: „Eine Geburt wird belastender und risikoreicher je mehr Gebärende eine Hebamme gleichzeitig betreuen muss. Hebammen verlassen den Beruf, weil sie die Situation im Kreißsaal, in dem sie häufig mehrere Geburten zur selben Zeit betreuen sollen, nicht mehr verantworten können. Ein gravierender Mangel an klinisch tätigen Hebammen und die zusätzliche Belastung der noch in den Krankenhäusern tätigen Hebammen ist das Resultat dieser Überforderung. Daher muss auch für diesen Bereich eine angemessene Personalmindestbesetzung verbindlich festgelegt werden.“

Gefordert wird, dass die Vereinbarungen zu Personalschlüsseln im Pflegebereich in den Krankenhäusern zu spürbaren Verbesserungen führen müssen. Sachgerechte Pflegepersonaluntergrenzen sollen folgende Maßgaben erfüllen:

 

  • Der Personalschlüssel gilt für alle Stationen und Notaufnahmen der Krankenhäuser, in denen Pflegepersonal tätig ist.
  • Der Personalschlüssel muss so hoch sein, dass eine bedarfsgerechte Versorgung und Pflege der Patientinnen und Patienten sichergestellt ist. Hierfür ist eine Pflegekraft-Patienten-Verhältniszahl zu verwenden.
  • Der Personalschlüssel muss zeitlich umfassend, also sowohl tagsüber als auch nachts, gelten.
  • Der Personalschlüssel darf ausschließlich durch die Zählung von Fachpersonal als erfüllt gelten.
  • Die zusätzlichen Personalkosten der Krankenhäuser sind laut diesem Antrag aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenkassen vollständig zu finanzieren.  

 

 

Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des DHV begrüßt diese Initiative. Sie betont: „Der Hebammenverband fordert für eine gute personelle Ausstattung in der Geburtshilfe eine Eins-zu-eins-Betreuung von einer Hebamme für eine Frau während der Geburt.“

» Weitere Informationen finden Sie hier


Zuletzt geändert am 20.11.2017