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Arbeitsbedingungen von Hebammen verbessern

17.05.2018

Hebammenverband begrüßt aktuelle Vorschläge des Pflegebeauftragten

Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes (Foto: Deutscher Hebammenverband)

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat heute Hilfemaßnahmen für den Personalmangel bei Pflegekräften in Deutschland vorgeschlagen. Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) begrüßt seine Vorschläge. Hebammen als eine Berufsgruppe der Pflege sollten aus Sicht des DHV bei den Maßnahmen mitgedacht werden. Denn auch bei Hebammen fehlen zahlreiche Fachkräfte insbesondere in den Kliniken. Ebenso nimmt auch bei Hebammen der Ausstieg aus dem Beruf oder eine Teilzeittätigkeit aufgrund von Arbeitsüberlastung und Erschöpfung zu. Anreize für eine Rückkehr in den Beruf und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sollten jetzt auch für Hebammen umgesetzt werden.

„Hebammen arbeiten am Limit, genauso wie alle Pflegeberufe in Deutschland. Wir wünschen uns rasche Hilfe“, so Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands. „Damit Hebammen im Beruf bleiben, müssen ihre Arbeitsbedingungen grundsätzlich verbessert werden“, so Geppert-Orthofer. Maßnahmen wie Prämien für Berufsrückkehrerinnen und Kliniken, die zusätzliches Personal einstellen, sowie finanzieller Ausgleich für Erholungszeiten wären eine schnelle Hilfe. Langfristig müssen sie aber mit neuen Konzepten und einer nachhaltigen Verbesserung des Arbeitsumfeldes einhergehen. Auch die Akademisierung des Hebammenberufs ist unerlässlich für dessen Zukunft und den Erhalt einer qualitativ hochwertigen Geburtshilfe in Deutschland.

Diese Maßnahmen sind notwendig, um dem Hebammenmangel in Deutschland zu begegnen, damit jede Frau die Hebammenhilfe bekommen kann, die sie möchte und die ihr gesetzlich zusteht. Die Wahlfreiheit des Geburtsorts soll damit gesichert werden. Damit soll dem Trend, dass immer mehr Kreißsäle geschlossen werden, teils auch aufgrund von Personalmangel, entgegengewirkt werden, damit Frauen keine weiten Wege zum Kreißsaal in Kauf nehmen oder vor verschlossenen Kreißsaaltüren stehen müssen.

Der Deutsche Hebammenverband e. V. ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Pflegerats.

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Kontakt und weitere Informationen:

Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit rund 19.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 18.10.2018