Deutsch English

Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Hebammenverband fordert langfristige Lösung bei Haftpflicht für Hebammen

26.06.2018

Am 01. Juli 2018 steigt die Haftpflichtprämie für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen auf jährlich 8.174 Euro. Die betroffenen rund 2.600 freiberuflichen Hebammen begleiten 21 Prozent aller Geburten in Deutschland – in Kliniken als Beleghebammen, in Geburtshäusern und zu Hause. Eine Ausgleichszahlung der Krankenkassen in Form eines Sicherstellungszuschlags mildert diese finanzielle Belastung der Hebammen. Seit seiner Einführung steigt die Anzahl der außerklinisch von Hebammen begleiteten Geburten sogar wieder leicht an. Nach Einschätzung des Deutschen Hebammenverbands (DHV) besteht jedoch immer noch eine Lücke. Es wurden bis heute nach Berechnungen des Verbands erst rund die Hälfte der Versicherungskosten an Hebammen erstattet. Der DHV begrüßt deshalb die von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) geforderte Überprüfung des Zuschlags und fordert weiterhin eine langfristige politische Lösung, beispielsweise durch einen Haftungsfonds.

Rundum gute Vorsorge von Hebammen (Foto: Noel Matoff)

Rundum gute Vorsorge von Hebammen (Foto: Noel Matoff)

„Der Sicherstellungszuschlag bedeutet eine Entlastung für Hebammen in der Geburtshilfe. Er ist für uns jedoch nur eine Zwischenlösung“, meint Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands. Von Juli 2015 bis April 2018 wurden nach Aussage der Bundesregierung 20,56 Mio. Euro Zuschlag an 3.040 Hebammen ausgezahlt. Der DHV geht jedoch auf Basis der bei ihm rund 2.600 mit Geburtshilfe versicherten Hebammen davon aus, dass der bisher ausbezahlte Zuschlag nur rund die Hälfte der Kosten abdeckt. Der Eigenanteil von Hebammen steigt mit jeder Erhöhung der Haftpflichtkosten und die Beantragung ist mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Der Deutsche Hebammenverband begrüßt deshalb die aktuell von der Gesundheitsministerkonferenz beschlossene Überprüfung des Sicherstellungszuschlags. Ursula Jahn-Zöhrens, Präsidiumsmitglied und Beirätin für den Freiberuflichenbereich beim DHV, fordert: „Wir benötigen eine tragfähige langfristige Lösung beispielsweise durch einen Haftungsfonds, der die Kosten auf mehr Schultern verteilt. Nur so können wir die sich immer weiter nach oben drehende Preisspirale und die damit einhergehende finanzielle Belastung der Kolleginnen endgültig stoppen.“

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) bietet seinen Mitgliedern die einzige in Deutschland verfügbare Gruppenhaftpflichtversicherung für Hebammen an. Der bestehende Vertrag gilt bis Juli 2021. Der Beitragssatz steigt für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen jedes Jahr weiterhin an. Ab dem 01.07.2019 wird er 8.664 Euro jährlich betragen und ab dem 01.07.2020 insgesamt 9.098 Euro jährlich. Da die Folgekosten für Geburtsschäden weiter steigen, beträgt die Deckungssumme inzwischen zehn Millionen Euro für jeden einzelnen Fall. Für Hebammen, die keine Geburtshilfe anbieten, steigen die Prämien nicht. Hebammenschülerinnen und -studentinnen sind prämienfrei versichert.

.........
Kontakt und weitere Informationen:

Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/3940 677 30
E-Mail: presse(at)hebammenverband.de

..........
Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 05.11.2018