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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Zur Anhörung im Bundesministerium für Gesundheit zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung

10.04.2019

Am 9. April 2019 hat die Anhörung zum Gesetzentwurf für das neue Hebammengesetz im Bundesministerium für Gesundheit stattgefunden. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) wurde vor Ort durch Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des DHV, und durch Yvonne Bovermann, Beirätin für den Bildungsbereich, vertreten.

Yvonne Bovermann, Berätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammenverband (Foto: © Hans- Deutscher Hebammenverband, Fotograf: Hans-Christian Plambeck)

Zu einer solchen Stellungnahme werden Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Organisationen und Verbände eingeladen. Dazu gehören alle, die in irgendeiner Weise von einem Berufsgesetz wie dem der Hebammen betroffen sind. So war beispielsweise auch die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi) anwesend oder auch die Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Für den DHV stellte Yvonne Bovermann die vorläufige Stellungnahme zur Anhörung im Bundesministerium für Gesundheit zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung vor.

„Der Gesetzentwurf bietet eine hervorragende Grundlage, den Beruf Hebamme durch die Akademisierung wieder attraktiver zu machen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen in der klinischen Geburtshilfe zu fördern. Das freut uns sehr “, so Yvonne Bovermann nach der Anhörung. In seiner Stellungnahme habe der DHV u. a. noch einmal betont, wie wichtig die Feststellung im Gesetzentwurf sei, dass die praktische Ausbildung im Studium vergütet werden soll. „Außerdem haben wir erneut auf eine noch ausstehende Übergangsregelung für Hebammen hingewiesen, die nach dem bisherigen Gesetz ihren Abschluss erlangt haben.“ Der DHV empfiehlt dringend eine Möglichkeit zum niedrigschwelligen Erwerb eines Bachelortitels, um die Gleichwertigkeit und Chancengleichheit aller Hebammen zu wahren. Nur so hat künftig die Berufserfahrung sowohl im Studium als auch in der Praxis denselben Stellenwert wie ein Bachelortitel. „Bislang hat das Ministerium auch hier großes Interesse signalisiert. Noch fehlen aber im Gesetzentwurf Lösungsansätze hierzu.“ Der DHV wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass in Deutschland so wie in den umliegenden Ländern Angebote über den bloßen Bestandsschutz hinaus geschaffen werden können.

Bis zum 12. April  können alle Verbände ihre Stellungnahmen einreichen oder überarbeiten. Der DHV prüft derzeit, ob aufgrund der mündlichen Anhörung Änderungen an seiner Stellungnahme notwendig sind.

Nach der Anhörung der Interessenvertreterinnen und –vertreter steht nun ein Überarbeitungsprozess des Gesetzentwurfs an. Zunächst werden die Länder im Bundesrat zum Entwurf Stellung beziehen. Anschließend durchläuft er eine Beratungsphase im Bundestag und wird dort, zusätzlich zu den drei Lesungen im Plenum des Bundestages, auch Grundlage einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses sein. Der fertige Gesetzentwurf wird dann abschließend voraussichtlich Ende des Jahres vom Bundesrat verabschiedet.


Zuletzt geändert am 05.11.2018