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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Deutscher Hebammenkongress: Heute geht's endlich los!

27.05.2019

Vom 27. bis 29. Mai findet der 15. Deutsche Hebammenkongress in Bremen statt. Zum Start des Deutschen Hebammenkongresses lesen Sie hier das Grußwort von Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands.

Der 15. Deutsche Hebammenkongress ist zu Gast in Bremen.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser DHV Hebammenkongress 2019 liegt vor uns und wir sind stolz, wieder Europas größten Fachkongress anbieten zu können. Denn: „Hebammenwissen – macht’s möglich!“.

Die doppelte Bedeutung des Mottos ist bewusst gewählt. Es liegen nicht nur drei Tage voller Diskussionen, Austausch und Weiterbildung mit nationalen und internationalen Expertinnen (und einigen männliche Experten) über die vielfaltigen aktuellen Fachthemen und Hebammenwissen vor uns. Unser besonderer Anspruch und Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir im Rahmen unseres Kongresses Fachthemen und Berufspolitik zusammen denken. Wir werden auch den Blick über den eigenen – bundesdeutschen – Horizont hinaus auf den internationalen Vergleich von Arbeitsweisen, Arbeitsbedingungen, Themen und Herausforderungen der Vorsorge, Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung richten. Und wir werfen die Frage auf, wie wir der manifesten Krise in der Geburtshilfe in Deutschland wirkungsvoll begegnen können. Denn uns Hebammen ist seit langem absolut klar, was langsam auch in Politik und Gesellschaft ankommt:
Wir brauchen objektiv mehr Hebammen. Und wir brauchen objektiv deutlich bessere Arbeitsbedingungen, um die Kolleginnen im Beruf zu halten. Dabei fällt auch ins Gewicht, dass wir Hebammen zukünftig akademisch ausgebildet werden. Wir werden dadurch auch einen neuen Blick auf unseren Beruf entwickeln.

Aus all diesen Gründen brauchen wir einen grundlegenden Kulturwandel in der Geburtshilfe, damit Hebammen ihre vollen Kompetenzen und Fähigkeiten zum Wohle von Mutter und Kind einsetzen können. Hebammenwissen macht es möglich: die best-mögliche Versorgung und Beratung von schwangeren Frauen vor, während und nach der Geburt. Wir brauchen dringend einen Kulturwandel weg von patriarchalen Strukturen in der Geburtshilfe hin zu einer frauenzentrierten Struktur. Wir brauchen den Wandel weg von der Geburtsmedizin hin zu einer guten Geburtshilfe.

Ich will diesen notwendigen gesellschaftlichen und klinischen Kulturwandel mit den Worten von Lesley Page, Präsidentin des Royal College of Midwifes, auf den Punkt bringen:
„Jede (schwangere) Frau braucht eine Hebamme – manche brauchen zusätzlich einen Arzt.“
Wir werden mit Ihnen als Hebammen und weiteren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft diskutieren, wie wir diesen lange überfälligen Kulturwandel einleiten. Was muss getan werden, was muss sich vielleicht auch verändern um das best-mögliche Hebammenwissen für die Frauen, für Hebammen – und für unsere Gesellschaft – zu ermöglichen? Lassen Sie uns diskutieren und Antworten finden auf die Fragen, wo wir mit unserem Beruf in unserer Gesellschaft in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren stehen wollen. Lassen Sie uns vorausschauen und neben all den spannenden und notwendigen Fachthemen auch diskutieren, was die Rolle der Hebamme und der Geburtshilfe in den kommenden Jahren in dieser sich rasant wandelnden Gesellschaft sein soll. Wo und wie sehen Sie sich als Hebammen in der Zukunft?

Schmieden Sie gemeinsam mit uns auf unserem Kongress mit an dem Ziel, dass Hebamme in Deutschland sein wieder der schönste Beruf der Welt wird!

Ihre Ulrike Geppert-Orthofer,
Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands


Zuletzt geändert am 07.08.2019