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Berufspolitik

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15. Deutscher Hebammenkongress: Highlights Tag 1 - Eröffnungsveranstaltung und Plenum "Kultureller Wandel in der Geburtshilfe"

28.05.2019

Schon der erste Tag des Deutschen Hebammenkongresses stand ganz im Zeichen verschiedener Sitzungen, Workshops und Kurse. Ein zahlreiches Publikum erschien außerdem bei der Eröffnungsveranstaltung am Nachmittag.

Plenum "Kultureller Wandel in der Geburtshilfe" (Foto: © Deutscher Hebammenverband, Fotograf: Hans-Christian Plambeck)

Grußworte hielten Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz Bremen, Heike Schiffling, 1. Vorsitzende Hebammenlandesverband Bremen e. V., Elke Mattern, Vorsitzende DGHWi und natürlich Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands.

Anschließend fand eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Kultureller Wandel in der Geburtshilfe“ statt.

Brauchen wir einen kulturellen Wandel in der Geburtshilfe?

Ja, wir brauchen diesen Wandel, sind sich alle einig beim Panel zur Geburtshilfe am Montagabend. Ulrike Geppert-Orthofer, Prof. Dr. Lesley Page, Mervi Jokinen, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Katherina Desery und Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel diskutierten rund zwei Stunden zur aktuellen Krise in der Geburtshilfe mit zu hohen Kaiserschnittraten, zu vielen Interventionen und einer zu hohen Arbeitsbelastung.

Geburtshilfe solle in Zukunft wieder frauenzentrierter werden. Frauen hätten heutzutage wieder ein anderes Bewusstsein. Die „programmierte“ Geburt müsse deshalb beendet werden, so Katharina Desery von Motherhood e. V. Geburtshilfe sei nicht überall schwierig, meinte Kirsten Kappert-Gonther, Mitglied des Bundestags für Bündnis 90 / Die Grünen, und verwies beispielsweise auf das Geburtshaus in Bremen. Sie betonte, dass neben der Akademisierung jetzt endlich auch die Situation in den Kliniken verbessert werden müsse. Sie unterstützte damit die These von Prof. Dr. Lesley Page vom Royal College of Midwives in London, die sich für eine Re-Humanisierung der Geburtshilfe aussprach. Dafür sei eine Eins-zu-eins-Betreuung jeder Frau durch eine Hebamme nötig, meinte Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Hebammenverbands. Lesley Page betonte, dass es Evidenzen gibt, dass gute Hebammenhilfe und eine Unterstützung von Frauen, die ihnen Selbstbewusstsein gibt, ein besseres Outcome von Geburten bedeuten und sich damit sogar als effizient und kostensparend erweisen. Mervi Jokinen von EMA erzählte, dass in den nordischen Ländern pro 14 Hebammen eine Ärztin/ein Arzt tätig sei und die Frauen nicht nur gesund, sondern auch glücklich rund um ihre Geburten seien. Prof. Dr. Seelbach-Göbel von der DGGG wünschte sich Low-risk-Kreißsäle innerhalb von Kliniken, damit in Notfällen der Weg kurz sein kann.

Die Vision einer zukünftigen Geburtshilfe fasste Ulrike Geppert-Orthofer zusammen: frauenzentriert und hebammengeleitet mit Hebammen für den gesamten Betreuungsbogen von der Schwangerschaft über die Geburt bis zum Wochenbett.


Impressionen vom 15. Deutschen Hebammenkongress in Bremen


Zuletzt geändert am 07.08.2019