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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Akademisierung der Hebammenausbildung ist heute Thema im Deutschen Bundestag

06.06.2019

Die Hebammenausbildung soll ab 2020 in Form eines dualen Studiums vollständig akademisiert sein. Alle künftigen Hebammen sollen nun an Hochschulen ausgebildet werden. Damit wird auch Deutschland eine EU-Richtlinie erfüllen, die ab dem kommenden Jahr für alle Mitgliedstaaten gilt. Der Deutsche Bundestag berät darüber heute Abend in erster Lesung.

Yvonne Bovermann, Berätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammenverband © Deutscher Hebammenverband, Fotograf: Hans-Christian Plambeck

Yvonne Bovermann, Berätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammenverband © Deutscher Hebammenverband, Fotograf: Hans-Christian Plambeck

Der DHV begrüßt ausdrücklich den vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Gesetzentwurf, der primärqualifizierende, duale Studiengänge mit einem Studiengehalt und einen qualitativ hochwertigen Praxisanteil vorsieht.

„Die Akademisierung ist genau der richtige Schritt. Die Anforderungen an den Hebammenberuf werden immer komplexer und Hebammen tragen viel Verantwortung. Die Akademisierung stellt sicher, dass auch zukünftig Hebammen rund um die Geburt für Mutter und Kind die bestmögliche Betreuung anbieten. Das Gesetz jetzt zügig zu verabschieden und in den Ländern alle Weichen für die Umsetzung zu stellen hat jetzt die Priorität“, sagt Yvonne Bovermann, Präsidiumsmitglied im Deutschen Hebammenverband (DHV) und Beirätin für den Bildungsbereich. Die Akademisierung wird aus Sicht des DHV den Beruf wieder attraktiver machen. Sie löst jedoch nicht alle akuten Probleme rund um den Hebammenberuf. Insbesondere die Arbeitssituation im Kreißsaal ist inzwischen so schlecht und die Lage so angespannt, das hier weitere Maßnahmen nötig sind zur Stärkung der Geburtshilfe. 

Erst kürzlich hat die WHO zusammen mit dem ICM, UNICEF und UNFPA gefordert, dass die Hebammenausbildung besser werden soll weltweit, weil gute Hebammenarbeit global einen großen Unterschied für die Gesundheit von Mutter und Kind bedeutet. Hebammen müssen durch ihre Ausbildung befähigt werden, sich an der Forschung zu beteiligen. Es müssen neue Fragen gestellt werden, und es wird neue Forschung benötigt, um die physiologische Geburt zu stärken, fordern die Organisationen. Der DHV begrüßt, dass die Hebammenausbildung in Deutschland durch die Akademisierung endlich anschlussfähig wird und die Hebammen damit einen Zugang zu Forschung und Weiterentwicklung der Geburtshilfe bekommen. (Strengthening quality midwifery education for Universal Health Coverage 2030: framework for action / WHO 2019)

Der aktuelle Zeitplan für die weiteren Beratungen zum Berufsgesetz ist:

06. Juni 2019:Die Koalitionsparteien bringen den Gesetzesentwurf offiziell in das parlamentarische Verfahren ein/1. Lesung.
12. Juni 2019:Der Gesetzesentwurf wird im Gesundheitsausschuss des Bundesrates diskutiert.
26. Juni 2019:Öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses im Bundestag
28. Juni 2019:1. Durchgang im Plenum des Bundesrates mit Stellungnahme 

 

 

 


Zuletzt geändert am 07.08.2019