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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Einfach eine Hebamme finden

30.07.2019

Hebammenverband fordert Terminservice und kritisiert die Veröffentlichung der Hebammenliste der Gesetzlichen Krankenkassen als nicht ausreichend

Einfach eine Hebamme finden - Hebammenverband fordert Terminservice und kritisiert die Veröffentlichung der Hebammenliste der Gesetzlichen Krankenkassen als nicht ausreichend - © Foto Deutscher Hebammenverband / HC Palmbeck

© Foto Deutscher Hebammenverband / HC Palmbeck

Heute hat der GKV-Spitzenverband eine Liste mit Kontaktdaten von Hebammen veröffentlicht. Hintergrund ist eine Neuregelung aus dem Terminservice-und Versorgungsgesetz (TSVG). Frauen sollte damit die Suche nach Hebammenhilfe in allen Regionen erleichtert werden. In der Vergangenheit haben immer mehr Frauen beispielsweise auf der Landkarte der Unterversorgung des Hebammenverbands gemeldet, dass sie trotz zahlreicher Anfragen keine Hebamme finden konnten. Der Hebammenverband kritisiert die bloße Veröffentlichung von Kontaktdaten als unzureichend. Damit ist nicht ersichtlich, welche Hebamme für einzelne Leistungen in bestimmten Zeiträumen noch freie Termine hat. Der DHV hatte einen Terminservice gefordert, der die tatsächlichen Bedürfnisse der Schwangeren mit den freien Kapazitäten der einzelnen Hebamme abgleicht. Dem wurde leider nicht Rechnung getragen.

„Das begrüßenswerte Ansinnen der Krankenkassen, ihren Versicherten eine gute Gesundheitsversorgung zu ermöglichen, wird so nicht erreicht. Die aktuell veröffentlichte Hebammenliste wird weiterhin viel Aufwand für die einzelne Versicherte bedeuten“, so Ursula Jahn-Zöhrens, Präsidiumsmitglied beim Deutschen Hebammenverband e. V. (DHV). Denn nach wie vor wissen Schwangere damit zwar, welche Hebammen in ihrer Region leben, kennen aber deren Kapazitäten nicht. Weiterhin müssen die Frauen telefonisch einzeln bei den Hebammen anfragen. Viele Anfragen von Frauen, die nicht betreut werden können, sind für die Hebammen eine Belastung. Hier hätte ein Terminservice sowohl Schwangere als auch Hebammen unterstützen können.

Dem immer wieder geäußerten Vorwurf der Krankenkassen, dass Hebammen schwer auffindbar seien, widerspricht der DHV deutlich. Einem Hebammenmangel kann nicht durch die Veröffentlichung von bereits bekannten Kontaktdaten begegnet werden. Der Mangel kann nur durch strukturelle Verbesserungen für Hebammen beseitigt werden, damit wieder mehr Hebammen länger im Beruf verbleiben. Dazu gehört eine bessere Vergütung und eine Entlastung bei administrativen Aufgaben. Die Vergütung liegt seit Jahren unter einem angemessenen Niveau. Durch die jetzt geltenden Regelungen im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sind die administrativen Aufgaben für Hebammen nochmal gestiegen. 

» Download: Häufig gestellte Fragen zum Online-Portal "Hebammenliste" des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV-SV)


Zuletzt geändert am 07.08.2019