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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Neue Regelungen zur Praxisanleitung im Zuge des Hebammenreformgesetzes

Präsidiumsmitglied Yvonne Bovermann informiert zu den Veränderungen bei der Praxisanleitung

Bereits seit 2013 gehört ein praktischer Einsatz bei einer freiberuflichen Hebamme im außerklinischen Bereich zur Hebammenausbildung. Hierzu sollten freiberufliche Hebammen von der zuständigen Behörde ermächtigt werden. Es gab bislang keine Pflicht, eine Weiterbildung oder Fortbildungen zu absolvieren.

Bei den Studiengängen nach dem neuen Gesetz wird sich dies ändern. Ein Teil der Einsatzzeit (25 Prozent) soll durch eine qualifizierte Praxisanleitung erfolgen. Hierzu sollen eine Weiterbildung und jährliche Fortbildungen absolviert werden. Gleichzeitig ist es gelungen, dass freiberufliche Hebammen und auch Kliniken mit angestellten Hebammen oder Belegteams ihre Kosten durch die Krankenkassen erstattet bekommen. Freiberufliche Hebammen werden also für ihre Anleitung und die Zeit, die zusätzlich aufgebracht wird, Geld erhalten. Kliniken werden ebenfalls pro Student*in für ihre Ausbildungsleistung eine Kostenerstattung erhalten.

Voraussetzung ist, dass die Praxisanleitung von qualifizierten Personen durchgeführt wird. Um als Praxisanleiter*in tätig werden zu dürfen, sind voraussichtlich Weiterbildungen oder auch Pädagogik-Studiengänge im Vorab zu absolvieren. Allerdings sind Ausnahmen geplant: Hebammen benötigen vorerst keine Weiterbildung, wenn sie bereits bis Ende des Jahres 2019 Schüler*innen oder Student*innen betreut haben und dies ihrer Behörde nachweisen können. Dies gilt für alle, die im Kreißsaal arbeiten oder die in Ländern, in denen keine Ermächtigung nach dem alten Hebammengesetz existiert, freiberuflich tätig sind. Sie müssen dafür der Behörde belegen, dass sie bis zum Jahresende 2019 schon WeHen betreut haben. Dazu sollten eine Bescheinigung der (Hoch-)Schule oder eine Kooperationsvereinbarung, Einsatzpläne oder Verträge vorgelegt werden.

Eine andere Form des Nachweises ist die Ermächtigung bis zum 31. Dezember 2019. Sollte es in Ihrem Land ein unkompliziertes Ermächtigungsverfahren geben, sollten Sie die Ermächtigung noch im Dezember 2019 beantragen. Durch das Außerkrafttreten des alten Hebammengesetzes wird das Ermächtigungsverfahren ab dem 1. Januar 2020 voraussichtlich nicht mehr möglich sein.

Haben Sie bereits WeHen betreut, gibt es keinen Grund zur Eile: Sie können der Behörde diesen Nachweis auch erst dann vorlegen, wenn Sie beabsichtigen eine Student*in eines neuen Studienganges aufzunehmen.

Grundsätzlich empfehlen wir, dass Praxisanleiter*innen eine Weiterbildung absolvieren. Es werden dabei weiterführende Kompetenzen erworben, die nicht Teil der Hebammenausbildung sind und die die Qualität der praktischen Hebammenausbildung verbessern können.

Wir haben die Informationen hierzu in einem aktualisierten Informationsblatt zusammengestellt.

Zuletzt geändert am 07.08.2019