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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Gesundheitsministerium plant neues Förderprogramm für Hebammenstellen

Deutscher Hebammenverband begrüßt das Vorhaben und fordert gleichzeitig einen Ausbau der angedachten Förderung

Ziel des geplanten Förderprogramms ist es, mehr Hebammenstellen in größeren Geburtsstationen zu schaffen. Dieses soll über einen Änderungsantrag in das bestehende Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReg) integriert werden. Das ist ein schneller Weg, eine entsprechende gesetzliche Regelung zur Finanzierung zusätzlicher Hebammenstellen zu schaffen.

Diesen Schritt in die richtige Richtung begrüßt der Deutsche Hebammenverband sehr. Wenn es jedoch bei den vorgesehenen Fördermaßnahmen bleibt, dann liegen diese deutlich hinter den Erwartungen der Frauen und Hebammen zurück.

Denn Fakt ist: Eine Hebamme betreut in Deutschland doppelt so viele Frauen während der Geburt wie in anderen europäischen Ländern. Die geplante Förderung von zusätzlichen 0,5 Vollzeit-Hebammenstellen pro 500 Geburten würde den Betreuungsschlüssel nicht merklich verändern und wäre weit entfernt von der Umsetzung einer Eins-zu-eins-Betreuung.

Dabei müsste sich die Arbeitssituation in deutschen Kreißsälen dringend verbessern, denn nur so können auch wieder mehr Hebammen für die klinische Geburtshilfe begeistert werden. Das vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Gutachten zur stationären Hebammenversorgung von 2019 macht deutlich, dass die Attraktivität der klinischen Arbeit von vielen Faktoren abhängt, die im jetzigen Entwurf nicht genügend berücksichtigt sind.

Das vom Hebammenverband seit langem geforderte Geburtshilfestärkungsgesetz zeigt Wege auf, die Geburtshilfe in Deutschland nach internationalem Vorbild nachhaltig zu verbessern, um gute Arbeitsbedingungen und einen positiven Start für Mutter und Kind zu gewährleisten.

Eine nachhaltige Verbesserung der Betreuungssituation erfordert mutige und innovative Schritte hin zu einer frauen- und familienzentrierten Geburtshilfe. Eine Aufstockung der bundesweiten Hebammenstellen kann somit nur als eine Sofortmaßnahme gelten, die mit einem umfassenden Programm weitergeführt und ausgebaut wird.

Zuletzt geändert am 21.08.2020