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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Ende der epidemischen Lage: Videoberatung und Online-Kurse weiter vertraglich abgesichert // Dienst-Beleghebammen können weiterhin mehr als zwei Leistungen parallel abrechnen

Trotz des Endes der seit März 2020 geltenden Sondervereinbarung zur Erbringung von Hebammenleistungen mithilfe digitaler Medien mit der Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite am heutigen Tag können Videoberatung und Online-Kurse weiter angeboten werden.

Videoberatung und Online-Kurse weiter vertraglich abgesichert

Die Videobetreuung ist jedoch mittlerweile in § 134a Absatz 1d SGB V "Versorgung mit Hebammenhilfe" aufgenommen. Die Vertragspartner führen hierzu im Rahmen der Verhandlungen zum Hebammenhilfevertrag intensive Gespräche. Es ist allerdings nicht gelungen, mit dem Auslaufen der Corona-Sondervereinbarung eine endgültige vertragliche Vereinbarung und damit einen nahtlosen Übergang zu schaffen.

Die Hebammenverbände haben mit den Krankenkassen daher eine Übergangsvereinbarung geschlossen, die seit dem 25.11.2021 in Kraft ist. Darin werden die Videoberatung und die Durchführung digitaler Kurse in bekannter Form fortgeschrieben.

Die Zuschläge für die Materialpauschalen zur Beschaffung der persönlichen Schutzausrüstung hingegen werden noch einmal reduziert. Die letzten Details hierzu sind noch in der internen Abstimmung. Bitte warten Sie mit der Rechnungsstellung für Leistungen ab dem 25.11. auf weitere Informationen in den kommenden Tagen. Eine spätere Nachberechnung wird nicht möglich sein.

Es ist uns gelungen, die Kassen davon zu überzeugen, dass die Geburtshilfe pandemiebedingt immer noch sehr belastet ist. Die Begrenzung auf zwei parallel erbrachte Leistungen für Beleghebammen wurde aufgehoben, soweit dies Corona-bedingt nötig ist. Dieser Passus der Sondervereinbarung wird unverändert fortgeführt. Uns erreichen Berichte von Kreißsälen, die sich mit überdurchschnittlich vielen Covid-positiven Gebärenden konfrontiert sehen. Dies bindet einzelne Hebammen über Stunden. Nur durch eine Mehrbelastung anderer Kolleg*innen lässt sich die Versorgung der Schwangeren dann aufrechterhalten.

Wir berichten, sobald die Krankenkassen ihre Prüfung hierzu abgeschlossen haben.
 

Dienst-Beleghebammen können auch weiterhin mehr als zwei Leistungen parallel abrechnen

Sofern ihre Abrechnung durch die Corona-Pandemie begründet ist, können Dienst-Beleghebammen auch weiterhin mehr als zwei Leistungen parallel abrechnen.

Die Krankenkassen sind bereit, auch weiterhin § 3 Abs. 1 der inzwischen ausgelaufenen, befristeten Corona-Vereinbarung zur dritten Versicherten anzuwenden. Dies wird in der Vereinbarung zu den PSA-Zuschlägen mit aufgenommen. Im Vorfeld hat der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den Bundesverbänden der Krankenkassen auf Bundesebene eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Die Empfehlung wurde den Krankenkassen auch bereits zugestellt. Die Regelungen gelten für Leistungen ab dem 25.11. (nach Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite) bis zum 31.03.2022.

"Abweichend von § 4 Abs. 4 Satz 4 der Anlage 1.1 zum Hebammenhilfe-Vertrag" können übergangsweise in begründeten Einzelfällen für mehr als zwei Versicherte Leistungen abgerechnet werden, wenn eine Versorgung pandemiebedingt anders (z.B. durch Hinzuziehung einer weiteren Hebamme aus dem Bereitschaftsdienst) nicht sichergestellt werden kann; die Gründe sind auf der Versichertenbestätigung anzugeben.

Mögliche Beispiele:

  • Eine Kolleg*in ist durch zeitgleiche Betreuung einer Risikoklientin COVID-19 geblockt
  • Teamreduzierung durch Corona-bedingte Quarantäne von Kolleg*innen 
  • Corona-bedingte Schließung einer Nachbarklinik, dadurch Übernahme von Geburten aus dem Einzugsbereich

Ursula Jahn-Zöhrens
Beirätin für den Freiberuflichenbereich

Zuletzt geändert am 02.11.2021