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Recht auf Selbstbestimmung für alle Frauen

Zum internationalen Aktionstag für Frauengesundheit fordert der Hebammenverband Zugang zu Hebammenhilfe insbesondere auch für Flüchtlinge

 

Zahlreiche schwangere Frauen kommen als Flüchtlinge nach Deutschland. Diese haben zum Teil noch keine Vorsorge erfahren und benötigen rasche Hilfe nach der Ankunft. Teils haben Frauen ihre Kinder bereits auf der Flucht geboren und dabei keine Grundversorgung bekommen. Dem Deutschen Hebammenverband werden von Mitgliedern immer wieder Probleme bei der Versorgung schwangerer Flüchtlinge oder junger Mütter berichtet: Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen fehlen für die Betreuung, schnelle Termine können nicht immer realisiert werden. Auch die Abrechnung von Leistungen ist teils unklar und erschwert die Versorgung.

Der Deutsche Hebammenverband fordert deshalb anlässlich des Internationalen Aktionstags für Frauengesundheit eine gut organisierte Versorgung von Flüchtlingen sowie einen traumasensiblen Umgang mit schwangeren Frauen und jungen Müttern, die Vertreibung und Flucht und andere Formen von Gewalt erfahren haben. „Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung und auf freien Zugang zu medizinischer Versorgung“, so Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e.V.  Dies ist nicht nur weltweit ein Thema, sondern auch in Deutschland. Aktuell möchte beispielsweise der GKV-Spitzenverband das Recht von Frauen auf die freie Wahl des Geburtsortes in Bezug auf Hausgeburten beschneiden.

Im Zentrum von Hebammenhilfe steht Frauen dabei zu unterstützen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bestmöglich aus eigener Kraft zu bewältigen. Hebammen gehen deshalb sensibel auf jede Frau und ihre besondere Lebenslage ein. Frauen, die Gewalt erfahren haben, benötigen einen besonderen traumasensiblen Umgang. Hebammen müssen derzeit immer öfter traumatisierten Frauen helfen, auch Frauen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Der Hebammenverband bietet dazu spezielle Weiterbildungen an, im Juli wird eine Broschüre zum Thema für alle Mitglieder erscheinen.

Am 28. Mai rufen zahlreiche Organisationen anlässlich des Internationalen Aktionstags Frauengesundheit unter dem Motto „Our Health, Our Rights, Our Lives“ (in deutscher Sprache: „Unsere Gesundheit, Unsere Rechte, Unsere Leben“) dazu auf, sich gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen stark zu machen. Auch eine aktuelle Kampagne von Amnesty International fordert unter dem Motto „My Body, My Rights“, dass alle Menschen das Recht haben, frei und unabhängig über ihren Körper, ihre sexuelle Identität und ihre Reproduktion zu entscheiden. Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben etwa 40 Prozent der Frauen in Deutschland körperliche und sexuelle Gewalt erlebt oder erleben sie noch immer.

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 18.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


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Zuletzt geändert am 25.11.2020