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Aufnahme des Hebammenwesens in das Weltkulturerbe beantragt

28.10.2015

Hebammenverband fordert Anerkennung der Hebammentätigkeit als Kulturgut der Menschheit

Der Deutscher Hebammenverband e. V. hat gemeinsam mit dem Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD e. V. und der Initiative Hebammen für Deutschland heute bei der Deutschen UNESCO Kommission die Aufnahme des Hebammenwesens in das Weltkulturerbe beantragt. Die Hebammenkunst gilt als eine der ältesten Berufstechniken der Menschheit. Laut deutschem Gesetz muss bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein. Sie ermöglicht, dass die WHO-Empfehlungen für eine normale Geburt, d. h. eine Geburt ohne medizinischen Eingriff, weitestgehend umgesetzt werden.

„Hebammen verfügen über grundlegendes medizinisches, anatomisches und geburtshilfliches Wissen“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes (DHV). „Unsere heutige Arbeitsweise begründet sich auch auf Jahrhunderte lange mündliche Überlieferungen und Wissensweitergabe in der Praxis, ein unschätzbares und in unseren Augen auch schützenswertes Gut.“ Die Aufnahme der Hebammenkunst in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes würde ihrer Bedeutung für die Menschheitsgeschichte gerecht werden. Überall auf der Welt begleiten Frauen seit Menschengedenken andere Frauen vor, während und nach der Geburt ihres Kindes. Getragen von menschlichem Wissen und Können wird diese Tätigkeit von Generation zu Generation weitervermittelt, stetig neu geschaffen und verändert. Dieses Kulturgut verdient Schutz.

„Das „Handwerk“ der Hebammen hat gerade in den letzten Jahren noch einmal eine ungeheure Professionalisierung erfahren“, berichtet Susanne Steppat, Beirätin für angestellte Hebammen im DHV. „Heute lernen Hebammen in Deutschland ihren Beruf nicht nur an einer von 58 Hebammenschulen, sondern auch an drei Hochschulen, die einen primärqualifizierenden Studiengang anbieten.“ Angehende Hebammen werden hier durch erfahrene Kolleginnen in die Hebammenkunst eingeführt, in Praxiseinsätzen im Kreißsaal, auf der Wochenbett- oder Neugeborenenstation, an der Seite von freiberuflichen Hebammen oder in hebammengeleiteten Einrichtungen.

Die Arbeit von Hebammen beinhaltet die Begleitung der Frau und der Familie vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit, was insgesamt teilweise über zwei Jahre dauern kann. Dadurch vermitteln Hebammen Frauen die Sicherheit, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit aus eigener Kraft meistern zu können.

 

Kontakt und weitere Informationen:

Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/89390802
E-Mail: presse(at)hebammenverband.de

 

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 18.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 18.10.2019