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Hebammenarbeit ist mehr wert

17.03.2016

Zum Equal Pay Day thematisiert der Hebammenverband Vergütung und Arbeitsbedingungen von Hebammen

Hebammen begleiten Frauen in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit hat eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung. Ein angemessenes Gehalt bekommen Hebammen jedoch nicht. Care-Berufe wie die Hebammentätigkeit sind Frauenberufe und vergleichsweise schlecht bezahlt. Frauen verdienen in Deutschland derzeit durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als Männer. Der Equal Pay Day weist auf diesen Missstand hin und möchte in diesem Jahr unter dem Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ die Wertschätzung und damit auch die Bezahlung sozialer Dienstleistungen erhöhen.

„Hebammen unterstützten Frauen in allen Phasen der Schwangerschaft und begleiten den Beginn des Lebens. Sie leisten einen unverzichtbaren Dienst für Mutter und Kind. Hebammenarbeit ist verantwortungsvoll und sollte entsprechend bezahlt werden“, sagt Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV) und Beirätin für angestellte Hebammen. Der Verband weist zum Equal Pay Day auf diese Missstände hin und stellt Aktionsmaterialien wie Flyer und Plakate unter dem diesjährigen Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ für Hebammen in Kreißsälen und für Hebammenausbildungsstätten auf der DHV-Webseite zur Verfügung. 

Bei jeder Geburt in Deutschland muss eine Hebamme dabei sein – das ist gesetzlich festgelegt. Eine umfassende Betreuung von Frauen durch Hebammen bedeutet nachweislich weniger Frühgeburten, weniger medizinische Eingriffe während der Geburt, kürzere Krankenhausaufenthalte sowie längeres und häufigeres Stillen und eine gute Bindung zwischen Mutter und Kind.

Neben einer geringen Vergütung erschweren derzeit die Arbeitsbedingungen die Tätigkeit von angestellten Hebammen in den Kliniken. Eine aktuelle Umfrage des DHV unter angestellten Hebammen zeigt steigende Arbeitsbelastungen durch eine Zunahme von fachfremden Tätigkeiten und Personalmangel. Seit Jahren steigt die Teilzeitquote bei Hebammen in Kliniken. Viele Kliniken finden mittlerweile keine Hebammen mehr. 

Durchschnittlich müssen Frauen 79 Tage länger arbeiten, um denselben Verdienst zu erhalten wie gleich qualifizierte Männer. Das heißt, bis zum 19. März 2016 arbeiten Frauen im Vergleich umsonst. Deshalb gibt es an diesem Tag den Equal Pay Day: den Aktionstag für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern.

Zum Materialiendownload

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Kontakt und weitere Informationen:
Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/3940 677 30

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 18.10.2019