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Zukunft von Hebammen muss langfristig gesichert werden

12.05.2016

Hebammenverband begrüßt erneute Debatte im Bundestag

Der Deutsche Bundestag

Foto: Matthias Bucks, www.pixelio.de

Anlässlich des Hebammentags wird heute Nachmittag im Deutschen Bundestag erneut über die Arbeitsbedingungen und die finanzielle Lage freiberuflicher Hebammen debattiert. Abgestimmt wird dabei über zwei Anträge der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen aus dem Jahr 2014. Seitdem sind zwar gesetzliche Maßnahmen ergriffen worden, die Hebammen entlasten sollen. Diese greifen in der Praxis jedoch zu kurz und entlasten freiberufliche Hebammen bisher nicht ausreichend. Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) begrüßt deshalb die erneute Debatte und befürwortet insbesondere die Forderung nach einer langfristigen Lösung der Haftpflichtproblematik beispielsweise durch einen Haftungsfonds.

„Hebammen sind die zentralen Ansprechpartnerinnen für Frauen rund um die Geburt. Immer mehr Frauen finden jedoch aktuell keine Hebamme mehr. Diese Situation ist unerträglich. Wir benötigen dringend eine langfristige Lösung für Problematiken wie die niedrige Vergütung und die ständig steigenden Haftpflichtprämien“, so Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV. Der Deutsche Hebammenverband begrüßt die Maßnahmen, die in den Anträgen vorgeschlagen werden. Insbesondere die Forderung, dass Hebammen erste Ansprechpartnerinnen von Frauen schon in der Schwangerschaft sein sollen und Hebammenhilfe zur Grundversorgung der Bevölkerung gehört, unterstützt der DHV. Auch einen runden Tisch zur Förderung der physiologischen Geburt sieht der DHV als sinnvolle Maßnahme: „Wir müssen über gute Geburtshilfe, gerade in den Kliniken, und über die Arbeitsbedingungen der Hebammen dort sprechen“, so Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des DHV.

Erste Maßnahmen wie ein sogenannter Sicherstellungszuschlag für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen und ein Regressverzicht der Kranken- und Pflegekassen greifen zu kurz. Den eigentlich gesetzlich garantierten Ausgleich für die hohen Haftpflichtprämien gibt es in Form des Sicherstellungszuschlags bisher nur für einen Teil der Prämien, zudem erhalten ihn derzeit nicht alle Hebammen. Die Auswirkungen des Regressverzichts sind nach wie vor offen, da unklar ist, in wie vielen Fällen er zukünftig greifen wird. Die Haftpflichtversicherung für freiberufliche Geburtshelferinnen steigt aktuell weiter und ist nur für zwei Jahre gesichert: Ab Juli 2016 kostet sie 6.843 Euro jährlich, ab Juli 2017 steigt sie auf 7.639 Euro.

 

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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 18.10.2019