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W3-Professur für Hebammenwissenschaftlerin

05.06.2018

Der neue Studiengang Hebammenwesen in Tübingen erhält nach Intervention des Hebammenverbandes und der Fachgesellschaft zweite W3-Professur.

Am Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen, einer Kooperation der Hochschule Esslingen, der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und des Universitätsklinikums, wird derzeit ein Studiengang für Hebammenwissenschaft neu eingerichtet. Nach Plänen der Medizinischen Fakultät wird die in diesem Zusammenhang ausgeschriebene W3-Professur für Frauengesundheit und Hebammenwissenschaft mit einer Fachärztin oder einem Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe besetzt. Für eine Hebammenwissenschaftlerin war bisher lediglich eine untergeordnete W1-Professur vorgesehen. Beide Ausschreibungen haben der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV), der Hebammen Verband Baden-Württemberg e. V. und die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) öffentlich kritisiert. Die Professur „Hebammenwissenschaft“ muss durch eine Hebamme besetzt werden. Nach dem Hebammengesetz muss die Leitung des Studiengangs durch eine Hebamme oder auch in gleichberechtigter Kooperation einer Hebamme und einer Ärztin/eines Arztes geschehen. Das Wissenschaftsministerium in Baden-Württemberg hat nun eine zweite W3-Professur zur Verfügung gestellt, die mit einer Hebammenwissenschaftlerin besetzt werden und gleichberechtigt sein soll. Die Hebammenvertreterinnen begrüßen im Hinblick auf die eigenständige Disziplinentwicklung die Einrichtung dieser Professur. Dies ist aber nur ein Teilerfolg.

„Ein Studiengang für Hebammen kann nur mit wissenschaftlich qualifizierten Hebammen erfolgreich sein“, sind sich Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e. V. und Jutta Eichenauer, Erste Vorsitzende des Hebammen Verbands Baden-Württemberg e.V. einig. Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaften setzt sich ebenfalls für eine rasche Überführung der Hebammenausbildung an Hochschulen und die Entwicklung professionsspezifischer Strukturen ein. „Hebammen übernehmen in der Hebammenwissenschaft die Verantwortung für Forschung und Lehre. Dies muss sich zwingend auch in der Bezeichnung und der Besetzung der Stellen widerspiegeln“, meint Elke Mattern, Vorsitzende der DGHWi. Die Akademisierung der Hebammenausbildung muss in Deutschland laut einer EU-Richtlinie bis 2020 erreicht sein. Deutschland ist eines der letzten Länder in der EU, in denen Hebammen noch nicht vollständig an Hochschulen ausgebildet werden. Mit der Einrichtung von hebammenwissenschaftlichen Studiengängen wird nicht nur die Versorgungsqualität in der Geburtshilfe verbessert, sondern ein traditioneller Frauenberuf erhält neue berufliche Perspektiven.

Pressemitteilung als PDF zum Download
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Kontakt und weitere Informationen:
Hebammen Verband Baden-Württemberg e. V.
Jutta Eichenauer, Erste Vorsitzende
Telefon: 07191/9338394
E-Mail: 1.vorsitzende(at)hebammen-bw.de

Deutscher Hebammenverband e. V.
Pressestelle
Telefon: 030/3940 677 30
E-Mail: presse(at)hebammenverband.de

Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.
Geschäftsstelle
Jannigsweg 4
48159 Münster
E-Mail: geschaeftsstelle(at)dghwi.de
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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 20.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.

Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) fördert als unabhängige wissenschaftliche Fachgesellschaft hebammenwissenschaftliche Forschung, Lehre und Praxis, die sowohl der Entwicklung des Faches Hebammenwesen, als auch einer bedarfsgerechten, evidenzbasierten, effizienten und effektiven Versorgung von Frauen und ihren Familien in der Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit dienen. Neben dem wissenschaftlichen Diskurs ist der Fachgesellschaft die Kommunikation mit Gesellschaft und Politik ein Anliegen: Verantwortlichen in der Gesundheits- und Familienpolitik und auch unterschiedlichen Interessensvertretungen dieser Bereiche sollen die Ergebnisse der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft als Orientierung dienen. Seit Mai 2015 ist die DGHWi ordentliches Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und ist innerhalb der AWMF an der Umsetzung von Leitlinienvorhaben beteiligt. Die DGHWi gehört seit Juni 2012 zu dem Kreis der Fachgesellschaften, welche vor abschließenden Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) stellungnahmeberechtigt sind.


Zuletzt geändert am 18.10.2019