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Gewalt in der Geburtshilfe darf nicht sein

20.11.2018

Hebammenverband positioniert sich gegen Gewalt im Kreißsaal.

Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes (Foto: Deutscher Hebammenverband, Fotograf: Hans-Christian Plambeck)

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) verurteilt jede Form von Gewalt, die Frauen unter der Geburt widerfährt - unabhängig davon, welche Ursachen sie hat und wer sie ausübt. Es ist erschreckend, dass viele Frauen in geburtshilflichen Einrichtungen auf der ganzen Welt einen geringschätzigen und missbräuchlichen Umgang erfahren – auch in Deutschland. Betroffene Frauen machen das am „Roses Revolution Day“ am 25. November seit einigen Jahren sichtbar. Der DHV fordert einen deutschlandweit offenen und sensiblen Umgang mit diesem schwierigen Thema und setzt sich für eine gewaltfreie, interventionsarme, sensible und frauenzentrierte Geburtshilfe ein. Insbesondere braucht es konkrete Beratungs- und Hilfsangebote für betroffene Frauen.  Rahmenbedingungen, die Gewalt in der Geburtshilfe befördern, dürfen nicht länger bestehen bleiben. Der DHV sieht in der individuellen und kontinuierlichen Betreuung der Frauen durch eine Hebamme unter der Geburt (Eins-zu-eins-Betreuung) den Schlüssel für die Verhinderung strukturbedingter Gewalt in der Geburtshilfe.

„Keine Frau darf während der Geburt Gewalt erfahren. Das dürfen wir nicht akzeptieren“, betont Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e. V. Der Hebammenverband setzt sich auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen für die strukturelle Verbesserung der klinischen Geburtshilfe ein. Dies ist aus Sicht des DHV ein erster wichtiger Schritt zu einer effektiven Prävention von Gewalt. Die ethischen Richtlinien des Verbands verpflichten zudem alle im DHV organisierten Hebammen jegliche Form von Gewalt zu vermeiden und frauenzentrierte, Trauma-sensible Geburtshilfe unabhängig von sozialem Status, Religion oder kulturellem Hintergrund zu leisten.

Jede Frau hat das Recht auf den bestmöglichen Gesundheitszustand. Dies beinhaltet das Recht auf eine würdevolle und wertschätzende Gesundheitsversorgung. Besonders gilt dies für die Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett. Sie gehören zu den prägendsten Lebensphasen von Frauen, die eine gute individuelle Betreuung erfordern.

Der Deutsche Hebammenverband macht bereits seit Jahren auf strukturelle Fehlentwicklungen in der Geburtshilfe aufmerksam.  Der Personalmangel bei Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden sowie bei Hebammen in den Kreißsälen bedingt eine permanente Überforderung und Stresssituation der in der Geburtshilfe tätigen Personen, ebenso wie die starren Hierarchien im Kreißsaal. Weiterhin fördert die Angst vor Klagen und Verurteilung in der Konsequenz die Durchführung medizinischer Interventionen wie z. B. Kaiserschnitte, PDA und andere Maßnahmen, die bei einer anderen Form der Betreuung hätte verhindert werden können.

Download der Pressemitteilung als PDF

zum Positionspapier des DHV


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Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den Frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.


Zuletzt geändert am 15.03.2018