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Deutscher Hebammenverband akzeptiert Angebot der Krankenkassen zum Ausgleich der Haftpflichtprämie

22.08.2014

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat das aktuelle Angebot des GKV-Spitzenverbandes zum Ausgleich der Haftpflichtprämien angenommen. Das Angebot wurde um die gesetzlich festgelegten Zuschläge für Hebammen erweitert. Der Vertrag wurde inzwischen von allen Vertragspartnern gezeichnet. Rückwirkend zum 1. Juli können die Hebammen jetzt erhöhte Vergütungspositionen abrechnen. Mit dem Ausgleich der jüngsten Haftpflichterhöhung ist das grundsätzliche Problem massiv steigender Prämien allerdings noch nicht vom Tisch.

Foto: Noel Matoff

Die finanzielle Lage vieler freiberuflich tätiger Hebammen ist derzeit aufgrund der um 20 Prozent auf 5.091 Euro angestiegenen jährlichen Haftpflichtprämie sehr angespannt. Ein schneller Ausgleich durch die Krankenkassen war damit notwendig, um nicht weitere Hebammen aus dem Beruf zu drängen. Der Verband verzichtete deshalb auf das geplante Schiedsstellenverfahren und nahm nach eingehender Prüfung das zunächst im Mai abgelehnte Angebot der Krankenkassen zum Ausgleich der Prämienerhöhung an.

Das ursprüngliche Angebot war modifiziert, die Vergütung der Beleghebammen im Schichtdienst nach oben korrigiert und die gesamte Vergütung um einen Zuschlag ergänzt worden. Dieser Zuschlag hatte sich aus der ab Juli dieses Jahres geltenden gesetzlichen Neuregelung des SGB V ergeben und wird im Juli 2015 von einem noch zu verhandelnden sogenannten Sicherstellungszuschlag abgelöst. Beide Maßnahmen sollen die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe bei der Geburt sichern. „Wir fordern jedoch weiterhin eine strukturelle Lösung der Haftpflichtproblematik. Die Zuschläge helfen nur kurzfristig. Wir brauchen aber eine Lösung, um die Versorgung mit Hebammenhilfe auch langfristig zu sichern und Frauen die im Sozialgesetzbuch garantierte Wahlfreiheit des Geburtsortes zu ermöglichen“, meint Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes.

Das ursprünglich angekündigte Schiedsstellenverfahren wird damit nicht beantragt. Das Verfahren würde die Ausgleichzahlungen für die Hebammen um mehrere Monate verzögern und deren finanzielle Belastung damit weiter verschärfen. Im Moment tragen die Hebammen die Kosten der um 20 Prozent gestiegenen Haftpflichtprämie alleine. Auch der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) hat das Angebot des GKV-Spitzenverbandes angenommen.

Nach wie vor profitieren nicht alle geburtshilflich tätigen Hebammen gleichermaßen von dem Kostenausgleich durch die Kassen. Einen geringeren Ausgleich erhalten beispielsweise Beleghebammen, die im Schichtdienst arbeiten. Der Abschluss mit dem GKV-Spitzenverband gilt nun rückwirkend ab Juli 2014 für ein Jahr und wird im Juli 2015 vom Sicherstellungszuschlag abgelöst. Dieser soll dann allen freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen zugute kommen. Damit bleibt jedoch die Schwangeren- und Wochenbettversorgung weiterhin ungesichert. 

„Wir wollen bei den kommenden Verhandlungen zum Sicherstellungszuschlag deutliche Verbesserungen bei der Vergütung aller Hebammengruppen erreichen. Das ist unser Anliegen und dafür werden wir uns weiter einsetzen. Denn es geht um alle Hebammen“, so Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV.

Kontakt und weitere Informationen:  

Deutscher Hebammenverband e.V.
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Telefon: 030/89390802

E-Mail: presse(at)hebammenverband.de 

 

Weitere Informationen sowie die Höhe der einzelnen Vergütungspositionen finden DHV-Hebammen in unserem Mitgliederbereich.

 

 

 


Zuletzt geändert am 16.11.2016