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Aktuelles

Keine Gewalt in der Geburtshilfe

25.11.2019

Hebammenverband fordert Null-Toleranz-Grenze

Rede der Präsidentin auf der Bundesdelegiertentagung des Deutschen Hebammenverbandes 2019

21.11.2019

Hier können Sie Auszüge aus der Rede der DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer anlässlich der...

Geburtshilfe neu denken

20.11.2019

Hebammenverband fordert frauenzentrierte Betreuung

Geschichte

Die hebammengeleitete Geburtshilfe

Die Geschichte der Geburtshilfe reicht weit in die frühe Menschheitsgeschichte zurück. Dem Ursprung nach ist Geburtshilfe eine solidarische Hilfe, die sich Frauen gegenseitig leisten.
Bereits im Alten Testament wird unterschieden zwischen Hebammen, die für die eigentlichen Geburten verantwortlich waren und Ärzten, die die Komplikationen nach der Geburt behandelten. Mitte des 20igsten Jahrhunderts gab es wohl den größten Wandel in der Geschichte der Geburtshilfe. Die Ursache dafür war die Verlagerung des Geburtsgeschehens in die Klinik und die Etablierung einer technisierten Geburtsmedizin.

Dadurch hat sich innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten die Hebammentätigkeit gravierend verändert.

Während der vergangenen Dekaden wurde ein engmaschiges Risikokonzept entwickelt, das Schwangerschaft und Geburt auf ein organmedizinisch riskantes Lebensereignis reduziert. Die Folge dieser medizinischen Sichtweise ist, dass Schwangerschaft und Geburt zu einem riskanten Ereignis erklärt wurden, das korrigierend und intervenierend durch die Medizin begleitet werden müsse. Hebammen widersetzen sich diesem Risikodenken und betrachten eine Geburt primär als ein normales und physiologisches Ereignis. Schwangere und gebärende Frauen sind extrem verletzlich. Was die Frauen bei einer Geburt am allermeisten brauchen, ist deshalb die Ermutigung und die liebevolle Bestätigung ihrer Fähigkeit normal gebären zu können und eine intensive partnerschaftliche Begleitung.
Die Hebammen des DHV ermutigen schwangere Frauen dazu, Vertrauen in den Geburtsprozess zu haben und mit dem Schmerz während der Geburt umgehen zu können. Bewusst erlebter und durchlebter Geburtsschmerz kann als Quelle elementarer Energie verstanden werden. Das Wissen, kritische Lebenssituationen gestalten und aushalten zu können, ist ein Erfahrungsmoment, das lebenslang große innere Kraft verleihen kann.

Damit sich Frauen nach der Geburt mit einem Gefühl des inneren Wachstums und einem Wissen um die eigene innere Stärke erleben können, bedarf es der Begleitung durch Hebammen.

Die heutigen Hebammen verstehen sich als Fürsprecherinnen der schwangeren und gebärenden Frauen und wollen deshalb autonomer in die Betreuung normaler Geburten eingebunden werden. Eine achtsame Begleitung durch Hebammen, vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit, ist ein gesellschaftlich relevanter Beitrag zur Frauen- und Familiengesundheit: Denn durch eine kompetente Hebammenbegleitung wird das zukünftige, gesundheitliche Wohlergehen von Mutter und Kind gestärkt.

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Zuletzt geändert am 21.05.2019