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Nabelschnurvorfall bei Blasensprung

Hat die Position der Frau einen Einfluss?

P10: 5. Mai, 13.45-14.30

von Marieke Brand, Sarah Faubel, Gesche Hüsig, Damaris Lahmann, Jessica Lampe-Happke, Johanna Meyer-Belitz, Franziska Sprengel, Mareike Wahl, Hebammenschülerinnen Kurs 61, KRH Hannover, Christiane Schwarz, Birgit Weiss, Hebammen, Cordula Creuzer, Lehrerin für Physik und Chemie Sek II

Hintergrund: Vielen Frauen wird nach einem Blasensprung empfohlen, sich in Rückenlage zu begeben und diese bis zur vollendeten Geburt ihres Kindes beizubehalten, um mögliche Komplikationen, wie einen Nabelschnurvorfall, zu verhindern. Doch schützt die Gebärposition vor einem Nabelschnurvorfall? Beeinflusst die Position der Frau überhaupt die Häufigkeit bzw. das Auftreten eines Nabelschnurvorfalls?

Um dieser Fragestellung auf den Grund zu gehen, haben wir uns auf die Untersuchung von Birgit Weiss gestützt, die sich im Rahmen ihrer Bachelorarbeit mit dem Thema Blasensprung bzw. Nabelschnurvorfall befasst und vorwiegend Versuchsabläufe entwickelt hat, um die These der Gebärposition zu untersuchen.

Methode: In unseren Versuchsreihen haben wir Fruchtblase, Kind, Fruchtwasser und Nabelschnur mit Luftballon, Babypuppe, NaCl/H2O-Lösung und Nabelschnur simuliert, um eine qualitative Aussage über Position vs. Nabelschnur machen zu können.

Die Versuchsreihe ist durch physikalisch messbare Größen wie Länge und Masse von Nabelschnur und Kind, Sinkgeschwindigkeit und Fruchtwassermenge validiert worden.

Ergebnisse: Das Ergebnis war, dass nicht die Position, sondern vielmehr die Menge des Fruchtwassers einen entscheidenden Einfluss auf einen Nabelschnurvorfall hat. Bei einem Polyhydramnion wird ein Nabelschnurvorfall begünstigt, da mehr Fruchtwasser einen größeren Spielraum beim Platzen der Fruchtblase bietet. Ob die Nabelschnur vorfällt oder nicht, ist dann zufällig bedingt.

Schlussfolgerung: Irrtümlicherweise wurde bisher angenommen, dass eine liegende Position nach Blasensprung einen Nabelschnurrvorfall verhindert. Diese nicht gegebene Kausalkette konnten wir durch unsere Versuche als obsolet darstellen.

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Zuletzt geändert am 19.02.2014