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Gesundheit von Frauen im Wochenbett

Eine qualitative Studie zum professionellen Handeln von Hebammen

P9: 5. Mai, 13.45-14.30

Susanne Simon, Hebamme, Hochschule Osnabrück /Universität Witten/Herdecke
in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Friederike zu Sayn-Wittgenstein, Wilfried Schnepp

Die Zeit nach der Geburt eines Kindes ist für Frauen mit vielen körperlichen und emotionalen Veränderungen verbunden. Hebammen als hauptverantwortliche Gesundheitsprofession leisten im Wochenbett einen komplexen Versorgungsauftrag. Sie sind für viele Frauen die zentrale Vertrauensperson und Ansprechpartnerin in dieser Zeit. Neben der Überwachung des gesundheitlichen Zustands von Mutter und Kind, Maßnahmen zur Förderung der Rückbildung und der Anleitung zum Stillen erfüllen Hebammen gesundheitsfördernde Aufgaben und leisten wichtige emotionale Unterstützung bei der Förderung des familiären Beziehungsaufbaus. Die veränderten Strukturen im Gesundheitswesen und die Orientierung an einer nutzerinnenorientierten Versorgung erfordern eine zunehmende Auseinandersetzung der Hebammen mit der Qualität ihrer eigenen Arbeit. Qualitätssicherung setzt die Klärung von Modellen und Theorien der Betreuung voraus. Jedoch wird für die Hebammenarbeit ein Mangel an theoriegeleiteten Modellen diskutiert. Darüber hinaus existieren in Deutschland derzeit nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse über die tatsächliche Versorgung im ambulanten Wochenbett.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Phänomene der Handlungsfelder der ambulanten Wochenbettversorgung aus der Sicht von Hebammen zu erfassen. Im Vordergrund stehen grundsätzliche Fragestellungen zur Bedeutung des Wochenbettes und zur Arbeitsphilosophie der Hebammen. Ausgehend davon, dass das zentrale  Konzept des Hebammenhandelns sich auf die Gesundheit von Mutter und Kind konzentriert, wird im Rahmen einer qualitativen Befragung erfasst, wie Hebammen Frauen und ihren Kindern zur Seite stehen und deren Gesundheit fördern, erhalten oder verbessern. Die Deutungen der Hebammen sind Ausgangspunkt für eine Identifikation von Konzepten, die Hebammen in ihrer praktischen Tätigkeit umsetzen.

Das Forschungsvorhaben „Gesundheit von Frauen im Wochenbett – eine qualitative Studie zum professionellen Handeln von Hebammen“ wird im Rahmen des Forschungsschwerpunkts mit Graduiertenförderung „Versorgung während der Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – Instrumente zur sektorenübergreifenden Qualitätsentwicklung (IsQua)“ durch das VW-Vorab der Volkswagen Stiftung (Förderkennzeichen 2009.88-Pro) gefördert.

In der Präsentation werden Hintergründe zum Forschungsvorhaben und erste Ergebnisse der Arbeit vorgestellt.

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Zuletzt geändert am 19.02.2014