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Autogene Geburt

Poster 12.45-14.30

Tatje Bartig-Prang, Ute Marcussen

Hintergrund

Am Geburtshaus Kiel und in freier Praxis halten Hebamme Ute Marcussen und Kulturwissenschaftlerin Tatje Bartig-Prang interdisziplinäre Geburtsvorbereitungskurse mit Hypnose – das US-amerikanische Konzept „Hypnobirthing“ verschiedener Anbieter wurde in ständiger Rückmeldung mit Klienten und dem gesamten Hebammenteam des Geburtshauses Kiel zum Kurs „Autogene Geburt“  weiterentwickelt  - eine Geburtsvorbereitungsmethode aus autogenem Training, Selbsthypnose, Information, Kommunikation und engster Einbindung des Geburtspartners und des ungeborenen Babys. 

Ziel

Ein an das deutsche Gesundheitssystem und die deutsche Rechtslage angepasstes Hypnosegeburts-Kurskonzept explorativ in ständiger Re-Evaluation zu entwickeln, das die Geburt zu einer positiven Erfahrung für Mutter, Vater und Baby umwertet, sowie das Selbstbestimmungsrecht und die Macht des eigenen Körpers stärkt und schützt, indem es die Geburt zu einer kraftvollen Katharsis statt einem schmerzvollen Schreckenserlebnis werden lässt. 

Methode

Eine qualitative Exploration beschreibt exemplarische Fälle und dazugehörige Geburtsverläufe nach einer Geburtsvorbereitung nach dem Prinzip „Autogene Geburt“, die von 2013 bis 2015 vor allem am Geburtshaus Kiel multiperspektivisch analysiert wurden. 

Ergebnisse

Etwa 15% der mit AUTOGENER GEBURT vorbereiteten  Paare berichten über eine komplett schmerzfreie Geburt, die komplett schmerzfreien Geburten fanden immer außerklinisch statt. Insgesamt beträgt der Anteil an außerklinisch Gebärenden circa 70% der Kursteilnehmer. Die Sectiorate liegt insgesamt bei 5%.Die Ergebnisse sind erwartungsgemäß im geburtshilflichen Outcome heterogen, wie auch die vorbereiteten Paare. Auffallend ist, dass die explorierten Fälle in der Regel eine äußerst hohe Zufriedenheit mit dem Geburtsverlauf ausdrückten – und zwar unabhängig vom Schmerzrating und dem Geburtsmodus. 

Fazit

Geburtsvorbereitung mit Hypnoseanteilen nach dem Konzept der Autogenen Geburt ist ein sicherer Weg, die Zufriedenheit mit Schwangerschaft und Geburtserleben stark zu verbessern. Quantitative Studien, die eine größere Datenmenge einbeziehen wären für die Zukunft wünschenswert. 

Literaturangaben

BARTOLI, Lise (2007): Venir au monde. Petite Bibliothèque Payot. Paris.

DICK-READ, Grantly (2004): Childbirth without Fear: The Principles and Practice of Natural Childbirth. Pinter & Martin. London.

RIPPER, Kathrin (2003). Hypnose und Geburt: Einfluss von psychologischer Geburtsvorbereitung auf Geburt und postpartale Depression. Dissertation. Eberhard-Karls-Universität. Tübingen.

CHEEK, David (1996). Use of the telephone and hypnosis in reversing true preterm labor at 26 weeks: The value of ideomotor questioning in a crisis. Pre-and-Peri-Natal-Psychology-Journal, 10 (4), 273-286.

CHIASSON, Simon (1992). The use of hypnosis in gynecology. Psychiatric Medicine, 10, 69-77.

O`HANLON, William (1990). Eckpfeiler: grundlegende Prinzipien der Therapie und Hypnose Milton Ericksons. Iskopress: Hamburg.

OMER, Haim, (et. Al.) (1988). The use of hypnotic-relaxation cassettes in a gynecologic-obstetric ward. In S. R. Lankton & J. K Zeig (Hrsg.), Research, comparisons and medical applications of Ericksonian techniques (S. 28-36). New York: Brunner-Mazel.

SOUTH, Thomas (1988). Hypnosis in childbirth: A case study in anesthesia. In S.R. Lankton, J.K. Zeig (Hrsg.), Treatment of special populations with Ericksonian approaches. Ericksonian monographs, No. 3. (S. 16-24). New York: Brunner/Mazel.

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Zuletzt geändert am 04.01.2016