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HESTA Forschungsprojekt: Hebammen steigen aus

Poster 12.45-14.30

Christine Wehrstedt, Babette Mueller-Rockstroh

Hintergrund

Zwischen 2008 und 2012 führten die ansteigenden Haftpflichtgebühren dazu, dass nahezu 25% aller freiberuflich tätigen Hebammen die Geburtshilfe aufgegeben haben. De Facto engt sich damit nicht nur das Tätigkeitsspektrum einzelner Hebammen ein, sondern auch das Angebot der geburtshilflichen Versorgung insgesamt. Die geplante Studie wird von Juli 2015 bis Juni 2016 im Studiengang Hebammenkunde im Fachbereich Pflege und Gesundheit an der Hochschule Fulda durchgeführt und durch das Förderprogramm ‚Forschung für die Praxis‘ des Landes Hessen finanziert. 

Ziel

Ziel des Vorhabens ist es, zu analysieren , welche Aspekte dazu führen, dass ein Teil der Hebammen trotz hoher Tätigkeitszufriedenheit nicht in der Geburtshilfe verbleibt, während andere Hebammen trotz insgesamt schwieriger Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Haftpflichtkonditionen eventuell nur einer von diversen Punkten sein könnte, weiter geburtshilflich tätig sind. Es soll analysiert werden, wie diese Hebammen ihre berufliche Biographie konstruieren und welche individuellen und kollektiven Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsmuster sie im Verlauf ihres persönlichen beruflichen Werdegangs entwickeln. 

Methode

Der Ansatz der geplanten Studie ist qualitativ und an der Biographieforschung orientiert; die Analyse findet angelehnt an Methoden der Grounded Theory und der Narrationsanalyse statt. Die Datensammlung erfolgt durch narrative Interviews mit zehn Hebammen in Hessen. Auf der  Grundlage dieser Interviews werden berufsbiographische Wahrnehmungs- und Handlungsmuster der ‚Aussteigerinnen’ aus und ‚Verbleiberinnen’ in der Geburtshilfe rekonstruiert und miteinander verglichen. 

Ergebnisse

Mit den Vorbereitungen für die Studie  wurde begonnen. Bis zum Kongress sind die Ergebnisse weitgehend oder vollständig vorhanden, da es sich um ein einjähriges Projekt handelt. Aufgrund der frühen Deadline kann das Forschungsvorhaben momentan lediglich als in Planung eingereicht werden. Vor dem Hintergrund der arbeitspolitischen Brisanz des Themas erachten wir die Vorstellung der Ergebnisse als sehr relevant und reichen trotz der frühen Phase ein. 

Fazit

Noch offen, da Studie in Planung. 

Literaturangaben

[1] Deutscher Hebammenverband E.V. (2014): Daten und Fakten zur Haftpflichtprämie für Hebammen. www.hebammenverband.de/aktuell/nachricht-detail/datum/2014/04/11/artikel/kein-sterben-auf-raten-fuer-die-hebammen-1/

[2] Albrecht M., Loos S., Sander M., Schliwen A., Wolfschütz A. (2012): Versorgungs-und Vergütungssituation in der außerklinischen Geburtshilfe. Ergebnisbericht für das BMG. Berlin: IGES Institut.

[3] IMAG (2014): Abschlussbericht der interministeriellen Arbeitsgruppe „ Versorgung mit Hebammenhilfe“. www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Gesundheit/Bericht/Abschlussbericht_IMAG-Gesamt.pdf

[4] Hasselhorn HM et al. (2005): Next Study. Berufsausstieg bei Pflegepersonal in Deutschland und Europa. Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Verlag für neue Wissenschaft.

[6] Pugh JD et al. (2013): Western Australia facing critical losses in its midwifery workforces: a survey of midwives’ intentions. Midwifery. Vol. 29, S. 497- 505.

[10] Schütze F. (1983): Biographieforschung und narratives Interview. Neue Praxis 13: 283-293. nbnresolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-53147

[13] Charmaz K. (2006): Constructing Grounded Theory. A Practical Guide Through Qualitative Analysis. London: Sage.

[14] Clarke A.E. (2012): Situationsanalyse. Grounded Theory nach dem Postmodern Turn. Wiesbaden: VS Springer.

[16] Fischer-Rosenthal W:, Rosenthal G. (1997): Narrationsanalyse biographischer Selbstpräsentation. In: Hitzler R. und Honer A. (Hrsg.) Sozialwissenschaftliche Hermeneutik. Eine Einführung, S. 133-164. Opladen: Leske und Budrich.

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Zuletzt geändert am 04.01.2016