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Kommunikation in den Gesundheitsfachberufen

Poster 12.45-14.30

Nina Peterwerth, René Dolge, Sarah Winkler

Hintergrund

Kommunikation ist eine Basiskompetenz in der Arbeit des Gesundheitspersonals, wird jedoch oftmals nicht als „Arbeit“ im eigentlichen Sinne verstanden. Die im Berufsalltag geführten Gespräche werden mit Alltagsgesprächen verwechselt und auf keiner professionellen Ebene geführt [1]. Theoretische Kommunikationsmodelle und -techniken werden nicht bewusst angewendet und nicht stetig reflektiert. Dabei kann effiziente Kommunikation helfen, Missverständnisse und Fehler zu vermeiden, eine vertrauensvolle und produktive Beziehung mit den Patient/innen, Klient/innen und Angehörigen zu entwickeln [2,3] sowie zu einer gesteigerten Adhärenz, Patientenzufriedenheit und einem geringeren Medikamentengebrauch führen [4,5].

Derzeit fehlen generelle Erkenntnisse darüber, wie das Gesundheitsfachpersonal den professionellen Kommunikationsprozess gestaltet, auf welche Kommunikationstheorien sie zurückgreifen und inwiefern sie Kommunikationsmittel bewusst oder unbewusst nutzen. 

Ziel

Das studentische Forschungsprojekt zielt darauf ab, differenzierte und vertiefte Erkenntnisse zur Kommunikation von Berufsanfänger/innen ausgewählter Berufsgruppen (Hebammen, Gesundheits- und Kinder-/Krankenpflege sowie Diätassistenz) während eines Erstgesprächs mit Patienten/innen bzw. Klienten/innen zu erlangen.

Methodik

Aufgrund begrenzter zeitlicher Ressourcen soll in Form eines "Pilotprojekts" die Frage beantwortet werden, wie  Berufsanfänger/innen der Gesundheitsfachberufe die Gesprächsführung bei Erstgesprächen gestalten. Es werden ca. 8-10 Erstgespräche von Hebammen, Gesundheits- und Kinder-/Krankenpfleger/innen sowie Diätassistenten/innen im ambulanten Setting in Halle, Leipzig und Hamburg beobachtet, aufgezeichnet und im multiprofessionellen Team analysiert. Die Ethikkommission der MLU erteilte ein positives Votum. 

Ergebnisse

Es wird erwartet, dass erstmals Erkenntnisse darüber erlangt werden, wie Berufsanfänger/innen des Gesundheitsfachpersonals der ausgewählten Berufsgruppen den Kommunikationsprozess eines Erstgesprächs gestalten. Ergebnisse aus der Literaturrecherche weisen darauf hin, dass es Defizite in der professionellen Kommunikation von frisch examinierten Mitarbeiter/innen des Gesundheitswesens gibt. Daher soll mit Hilfe dieser Untersuchung überprüft werden, inwiefern der Kommunikationsprozess im Erstgespräch professionell gestaltet wird oder ob kommunikative Defizite seitens der Berufsanfänger/innen festzustellen sind. Diese Erkenntnisse sollen im Rahmen der Ergebnisdiskussion mit den Ausbildungsinhalten der Berufsgruppen abgeglichen und kritisch reflektiert werden. Dies könnte ein Ansatzpunkt für weiterführende Forschung sein. 

Fazit

Die Erkenntnisse sind aufgrund des hohen Stellenwertes der Kommunikation als eine Kernkompetenz des Gesundheitsfachpersonals – insbesondere hinsichtlich der komplexer werdenden Anforderungen im Gesundheitswesen – von großer Bedeutung. Sie können einen Beitrag zu einer zukünftig effektiveren Kommunikation und ggf. höherwertigen Ausbildung des Gesundheitsfachpersonals leisten.

Literaturangaben

[1] Büker, C. (2013). Keine Macht den Killerphrasen. Pflegezeitschrift, 66(2), 72-75.

[2] Büker, C. & Dirr, A. (2011). Überraschende Reaktionen. Pflegezeitschrift, 64(11), 684-687.

[3] Posenau, A. (2013). Auf die feinen Nuancen eines Gesprächs kommt es an. Pflegezeitschrift, 66(2), 76-79.

[4] Ak, M., Cinar, O., Sutcigil, et al. (2011). Communication Skills Training For Emergency Nurses. International Journal of Medical Sciences, 8(5), 397-401.

[5] van Dalen, J., Bartholomeus, P., Kerkhofs, E., et al. (2001). Teaching and assessing communication skills in Maastricht: the first twenty years. Medical Teacher, 23(3), 245-251.

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Zuletzt geändert am 04.01.2016