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Pressemeldung des Deutschen Hebammenverbandes für den 15. Mai 2009

Deutscher Hebammenverband verlangt Verbot der RTL-Sendung, in der Babys „probeweise“ abgegeben werden

Der Deutsche Hebammenverband verlangt das sofortige Verbot der siebenteiligen Doku-Soap „Erwachsen auf Probe“, die ab dem 3. Juni ausgestrahlt werden soll. Die Hauptdarsteller sind 4 Teenagerpaare, denen Eltern aus ganz Deutschland für 4 Tage ihre Säuglinge überlassen. Laut RTL sollen die Jugendlichen dabei  erstmals am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet einen Säugling rund um die Uhr zu versorgen. Die Überwachungskamera ist natürlich immer dabei – denn es geht weniger um die Erfahrung der Jugendlichen, als vielmehr darum, ganz Deutschland live miterleben zu lassen, was dort geschieht.

Bislang haben sich Erwachsene mehr oder weniger freiwillig - vor allem aber gegen Gage - dem grellen Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt. Diese neue Form der Prostitution  wird durch den Sender jetzt auch Säuglingen und Kleinstkindern zugemutet.

„Es ist grauenhaft was da geschieht“, so Helga Albrecht die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Kleinste Kinder ohne Not von ihren Eltern zu trennen ist ein grobfahrlässiges Vergehen, das eigentlich eine Anzeige nach sich ziehen müsste. Säuglinge und Kleinkinder sind keine Versuchsobjekte und haben ein Recht auf Ungestörtheit und Privatheit. Nur so können sie Vertrauen entwickeln und positive Bindungeserfahrungen machen – Erfahrungen, die für das Leben prägend sind“, so die Hebammenvorsitzende abschließend.

Der Deutsche Hebammenverband solidarisiert sich in dieser Frage mit allen Gruppierungen, die im Sinne des Kindeswohls am Kinderschutz interessiert sind, damit dieser neuen Form des „Babyhandels“ ein sofortiges Ende gesetzt wird.

Kontakt: Dr. Edith Wolber Pressestelle des Deutschen Hebammenverbandes, Bergstr. 3 in 74909 Meckesheim, Telefon 06226 – 429400, Mail wolber(at)hebammenverband.de

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Zuletzt geändert am 29.01.2013