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Hebammen starten Kongress mit einem Marsch durch Toronto

Hebammen beim Marsch durch Toronto (Foto: Deutscher Hebammenverband)
Hebammen beim Marsch durch Toronto (Foto: Deutscher Hebammenverband)

Tanzend und singend zogen am Samstag über 1.000 Hebammen aus Ghana, Mexiko, Afghanistan und mehr als hundert weiteren Ländern durch die Innenstadt von Toronto, um auf die Rolle von Hebammen weltweit aufmerksam zu machen. Ihre Forderung: Wir brauchen mehr Hebammen! In Kanada ist diese Forderung besonders dringend – nur zehn Prozent der Geburten werden dort von Hebammen begleitet. Ein Streaming zu dem March For More Midwives finden Sie hier.

Auch Hebammen aus Deutschland sind beim Internationalen Hebammenkongress vertreten. (Foto: Deutscher Hebammenverband)Mit einer Willkommensfeier startete am Sonntag der Internationale Hebammenkongress. Über 4.200 Hebammen aus 113 Ländern werden sich bis Donnerstag treffen, diskutieren und Best Practices austauschen. Mit dabei sind 131 Hebammen aus Deutschland. Es wurden rund 700 Abstracts sowie 500 Poster zum Kongress eingereicht. Die Themen reichen von der Ausbildung über respektvolle Geburtshilfe bis zu Fragen der Regulation des Berufs. Ein Schwerpunktthema wird kultursensible Arbeit sein, auch am Beispiel der indigenen Gemeinschaft in Kanada.



Frances Day-Stirk, aktuelle Präsidentin des ICM (Foto: Deutscher Hebammenverband)In einer berührenden Rede begrüßte Chief Stacey Laforme als Vertreter von Kanadas First Nations die Delegationen aus aller Welt. Die aktuelle Präsidentin des ICM Frances Day-Stirk rief die Regierungen aller Welt auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Müttersterblichkeit zu senken. Noch immer sterben mehr als 300.000 Frauen und Mädchen rund um Schwangerschaft und Geburt. Die Lösung für diese Problematik benannte sie: mehr gut ausgebildete Hebammen. Celina Caesar-Chavannes, Parlamentary Secretary to the Minister of International Development dankte als Vertreterin der kanadischen Regierung allen Hebammen dafür, dass sie jährlich Millionen von Leben retten. Sie betonte, dass alle Frauen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung haben müssen und kündigte mehr Unterstützung von Hebammen in Kanada an.

Höhepunkt der Feier war neben Gesang der Inuit und eines Chors von kanadischen Hebammen der feierliche Einmarsch der Fahnenträgerinnen, die die Herkunftsländer repräsentierten.

Weitere Informationen:

Alle Bilder vom Internationalen Hebammenkongress 2017
Alle Neuigkeiten zum Internationalen Hebammenkongress 2017

Zuletzt geändert am 22.06.2017