Deutsch English

Hebammenverbände aus 131 Ländern stellen sich globalen Herausforderungen

Das Motto des Internationalen Hebammenkongresses in Toronto. (Bild: midwives2017.org)
Das Motto des Internationalen Hebammenkongresses in Toronto. (Bild: midwives2017.org)

Rund 200 Delegierte aus allen Kontinenten haben heute mit der Wahl einer neuen Präsidentin die Sitzung des Councils des ICM beendet. Als neue Präsidentin wurde Franka Cadee aus Holland gewählt – der DHV gratuliert ihr zu ihrer Wahl. Berlin ist unter den beiden Orten, die Kongressort des Internationalen Hebammenkongress 2023 werden können – Abu Dhabi erhielt rund 50 % der Stimmen, Berlin 30 %. Das Council hat heute kurzfristig entschieden, dass sie die endgültige Entscheidung zum Kongressort dem Management des ICM überlassen, damit diese auch Erwägungen zu den Kosten für den ICM einbeziehen können. Die Entscheidung wird im kommenden Jahr fallen. Der Deutsche Hebammenverband verzeichnet weitere Erfolge beim diesjährigen Council: Lisa Welcland wurde als Repräsentantin des ICM bei der UN gewählt. Der Council hat ein Positionspapier gegen geschlechtsspezifische Selektion, das auf Initiative des DHV eingebracht wurde, verabschiedet.

Der 33. Internationale Hebammenkongress kommt 2023 nach Abu Dhabi oder Berlin

Zahlreiche Unterstützerinnen wie beispielsweise Werdende Hebammen aus Berlin haben zusammen mit dem Deutschen Hebammenverband die Bewerbung um den 33. Internationalen Hebammenkongress vorbereitet. Berlin hatte sich zusammen mit Santiago de Chile und Abu Dhabi beworben. „Wir haben viel Zustimmung bekommen von unseren Mitgliedern und jetzt auch von den Delegierten in Toronto“, sagt Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des DHV.  „Ich würde mich freuen, bald Hebammen aus aller Welt zum Kongress bei uns begrüßen zu können“, so Yvonne Bovermann aus dem Präsidium.


Lisa Welcland vom Deutschen Hebammenverband ist Delegierte des ICM bei der UN

Der ICM als der globale Zusammenschluss von Hebammenvereinigungen sendet auch Delegierte zu den Vereinten Nationen in New York und Genf, um dort die Belange von Hebammen zu thematisieren. Lisa Welcland, Internationale Beauftragte des DHV, wurde zusammen mit einer Schweizer Kollegin gewählt, den ICM bei der UN in Genf zu repräsentieren. „Hebammen müssen weltweit Gehör finden. Dafür setze ich mich seit Jahren im ICM ein und freue mich, diese so wichtige Vereinigung jetzt bei den Vereinten Nationen zu vertreten“, so Lisa Welcland.

Positionspapiere zu Migration und geschlechtsspezifischer Selektion

Bereits 2013 hat Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands, ein Positionspapier in den ICM eingebracht, um geschlechtsspezifische Selektion zu thematisieren und Maßnahmen dagegen zu initiieren. In vielen Ländern werden beispielsweise Föten abgetrieben, weil sie nicht das „richtige“ Geschlecht haben. Dies betrifft in den meisten Fällen weibliche Föten. Der ICM stimmte auf diese Initiative des DHV hin ein Positionspapier mit FIGO, dem Internationalen Verband der Gynäkologen und Geburtshelfer ab, das gestern als „Joint Statement on gender biased Sex Selection“ vom Council verabschiedet wurde. Damit soll ein Umdenken eingeleitet werden. „Das ist ein erster Schritt. Besonders wichtig ist uns, dass auch Ärztinnen und Ärzte über Selektion nachdenken, denn in den meisten Fällen sind sie es, die den ersten Ultraschall machen. Um geschlechtsspezifische Selektion wirklich abzuschaffen, muss allerdings noch mehr passieren - die Geringschätzung von Frauen und Mädchen in vielen Gesellschaften muss sich ändern“, meint Ute Wronn, Internationale Beauftragte des DHV.

Ein weiteres Positionspapier zu Migration und Geflüchteten wurde mit großer Zustimmung verabschiedet. Das joint statement „Migration and Refugee Health“ betrifft die Rolle von Hebammen bei der gesundheitlichen Versorgung von Geflüchteten. Jede geflüchtete Frau und ihre Familie soll Zugang zu Hebammenhilfe haben. Der ICM fordert damit auch seine Mitgliedsverbände auf, auf nationaler Ebene Gespräche mit den Regierungen zu führen, damit alle Frauen gleichermaßen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung haben und Minderheiten nicht durchs Netz fallen.

Der ICM Council fördert die weltweite Entwicklung des Berufs Hebamme

In Toronto haben im Vorfeld des Internationalen Hebammenkongresses rund 200 Delegierte der International Confederation of Midwives (ICM) aus 113 Ländern getagt. Im ICM haben sich 131 Hebammenverbände und –organisationen weltweit zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, den Beruf Hebamme global weiterzuentwickeln. Hebammen sollen unabhängig arbeiten können als die Expertinnen rund um die Geburt.

Weitere Informationen:

Alle Bilder vom Internationalen Hebammenkongress 2017
Alle Neuigkeiten zum Internationalen Hebammenkongress 2017

Zuletzt geändert am 21.06.2017